Max Lercher.

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Politik Inland
10/02/2019

Max Lercher: "Es geht bei SPÖ um Erneuerung in Mark und Bein"

Der ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführer spricht sich für eine Reformierung der SPÖ und gegen eine Koalition mit der ÖVP aus.

von Valerie Krb

Der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer und Vorgänger des am Montag zurückgetretenen Thomas Drozda, Max Lercher, sprach sich in der ZiB2 am Mittwoch erneut für eine grundlegende Erneuerung der SPÖ aus. "Die Strukturen müssen wieder durchlässiger werden. Wir dürfen nicht von oben belehren, sondern müssen von unten empfangen", so Lercher. Die Partei stecke in einer Glaubwürdigkeitskrise. "Es braucht uns kämpfend."

Die Optik der Bestellung von Christian Deutsch als Bundesgeschäftsführer der SPÖ sei "nicht optimal", man könne ihm aber nicht die gesamte Schuld am schlechten Wahlergebnis geben. Auch an der Postendiskussion um Pamela Rendi-Wagner wolle er sich nicht beteiligen. "Sie ist eine gute Parteichefin, an ihr alle Probleme festzumachen, ist nicht der richtige Weg", sagte Lercher.

Auf die Frage, ob die SPÖ nun mit der ÖVP koalieren sollte, schloss er sich dem ausgeschiedenen SPÖ-Mandatar Josef Cap an - dieser sprach sich gegen eine Koalition aus.

"Neues Hainfeld"

Bereits am Montag hatte Lercher einen Reformparteitag, ein "neues Hainfeld" gefordert. Lercher sprach in einem Facebook-Posting von einer für die SPÖ katastrophalen Nationalratswahl, bedankte sich erst für alle Stimmen für die SPÖ: "Heute ist aber auch der Tag, um Klartext zu reden."

Einen schonungslosen Befund nahm Lercher auch in Hinblick auf die eigentliche Kernklientel vor: Arbeiter würden mittlerweile zwischen ÖVP und FPÖ wechseln, die SPÖ habe für sie oft kein Angebot. "Entweder wir schaffen hier wieder ein glaubwürdiges Angebot, oder unsere stolze Partei versinkt in der Bedeutungslosigkeit", so Lercher, der das Posting mit "Freundschaft!" schloss.

Der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer schnitt in der Steiermark übrigens in puncto Vorzugsstimmen recht stark ab. Er erreichte 7.300 Stimmen. Er war damit sowohl im Regionalwahlkreis als auch auf der Landesliste besser als Jörg Leichtfried. Bei den Vorzugsstimmen auf der Bundesliste überholte er sogar seine Chefin aus Wien, Pamela Rendi-Wagner.

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