Nationalratsabgeordneter Marcus Franz (ehemals Team Stronach)

© APA/HELMUT FOHRINGER

Marcus Franz verlässt die ÖVP
03/01/2016

Marcus Franz verlässt die ÖVP

Grund soll die provokante These zu Angela Merkels Flüchtlingspolitik sein.

Marcus Franz verlässt nach seiner provokanten "Theorie" zur deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die ÖVP. Nach Informationen des Standard bekam der umstrittene Mandatar von Klubobmann Reinhold Lopatka die Möglichkeit, einem Parteiausschlussverfahren zuvorzukommen und selbst seinen Hut zu nehmen.

Franz war erst im Juni 2015 zur ÖVP gestoßen, nachdem ihn Lopatka vom Team Stronach geholt hatte. Damals hieß es noch, man solle den Mandatar nicht auf ein oder zwei Aussagen reduzieren. Die Franz'sche These, dass Merkel Flüchtlinge nach Deutschland hole, um damit ihre Kinderlosigkeit zu kompensieren, ging dann wohl auch Lopatka zu weit. Der Klubobmann entschuldigte sich daraufhin für seinen Kollegen.

Im Parlament und Netz umstritten

Äußerungen von Franz haben immer wieder für breite Empörung gesorgt - etwa, als er in der Debatte über die Strafbarkeit von sexueller Belästigung das sogenannte "Pograpschen" als zulässiges Anbahnungsinstrument für ernsthafte Beziehungen verteidigt hatte. Freiwillige Kinderlosigkeit hatte der Internist 2013 nach seiner Wahl in den Nationalrat als "amoralisch" bezeichnet. Bereits vor zwei Wochen rügte Lopatka seinen VP-Kollegen für einen "entbehrlichen" Tweet über die Gebärdensprache, die er als "linguistische Prothese" bezeichnete.

Weitermachen will Franz nun als "freier Abgeordneter". Damit ist er nicht alleine. Mit Rupert Doppler, Gerhard Schmid und Susanne Winter (alle Ex-FPÖ) sind drei weitere "wilde" Mandatare im Nationalrat unterwegs.

Das Maß war voll: Marcus Franz muss nach STANDARD-Informationen seiner Kritik an der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, der er ihre Kinderlosigkeit vorgehalten hat, die ÖVP verlassen. Er tut dies nicht ganz freiwillig. Franz bekam von Klubobmann Reinhold Lopatka die Möglichkeit, einem Parteiausschlussverfahren zuvorzukommen und selbst seinen Hut zu nehmen. Die Kritik innerhalb der ÖVP an Lopatkas Neuerwerbung gab es von Anfang an, sie wurde in den vergangenen Wochen stärker und am Montag schließlich so vehement, dass akuter Handlungsbedarf bestand. Markus Franz war erst im Juni vergangenen Jahres vom Team Stronach zur ÖVP gewechselt, und fiel dort mit unpassenden Aussagen immer wieder ungut auf. Dass der Abgeordnete für Schwierigkeiten sorgen könnte, war aber absehbar: Franz gefiel sich darin, Homosexuelle herabzuwürdigen, Frauen für ihre Kinderlosigkeit zu kritisieren oder sexuelle Übergriffe zu verharmlosen. Er provozierte mit Kalkül. - derstandard.at/2000032048080/Marcus-Franz-verlaesst-nach-Merkel-Sager-die-OeVP

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