© Shutterstock

Politik Inland
08/10/2021

Long-Covid-Behandlung: Nicht nur mühsam, sondern auch teuer

Momentum-Institut berechnet wirtschaftliche Auswirkungen von Covid-Langzeitschäden auf das Gesundheitswesen

von Elisabeth Hofer

Tinnitus, diffuse Schmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Haarausfall, Hautprobleme, Erschöpfungszustände: Die Liste an Symptomen, mit denen Patienten ihre Long-Covid-Erkrankung beschreiben, ist lang. Ebenso ihre Dauer. Denn wie der Name Long Covid schon sagt, handelt es sich dabei um die Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion, also Symptome, die mindestens zwölf Wochen später immer noch auftreten.

Laut bisherigen Studien leiden rund zehn Prozent aller Covid-Erkrankten unter solchen Langzeitfolgen. Bei Personen, die wegen der Krankheit im Spital behandelt werden mussten, sind es sogar 20 Prozent.

Abgesehen vom persönlichen Schaden für die betroffenen Patienten verursacht Long Covid auch erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem. Das haben Ökonomen des Momentum Instituts für den KURIER berechnet.

„Rechnet man die genannten Zahlen hoch, leiden basierend auf Daten von Anfang August 2021 in Österreich schätzungsweise rund 72.000 Personen unter Long Covid“, sagt Sozialwirtschafterin Lisa Hanzl.

Ungeklärtes Long Covid

Die Behandlung dieser 72.000 Patienten kostet das Gesundheitswesen pro Monat mehr als 41 Millionen Euro. Das wären fast eine halbe Milliarde Euro pro Jahr – allein für jene, die sich bisher mit dem Virus infiziert haben. Alle zukünftigen Long Covid-Fälle kommen noch dazu.

Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen könnten das täglich durchschnittlich 300 potenzielle neue Long Covid Patienten sein, wie die Patienteninitiative Long Covid Austria warnt.

Doch damit nicht genug. Die Berechnungen der Ökonomin beziehen sich nämlich lediglich auf die Kosten, die durch die Behandlung von Symptomen ähnlich dem sogenannten Chronic Fatigue Syndrome entstehen. Darunter fallen vor allem anhaltende Müdigkeit und Erschöpfungszustände.

Andere Folgen einer Corona-Infektion – etwa psychische Belastung – und ihre Therapie sind noch nicht miteingerechnet.

Auch Long Covid Austria warnt: „Aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters der Betroffenen von zwanzig bis fünfzig Jahren kann das verheerende wirtschaftliche Folgen haben.“

Das Phänomen Long Covid ist noch reichlich ungeklärt. Man weiß, dass es durch schwere Covid-Infektionen begünstigt wird. Auch die Symptome sind noch nicht genau abgegrenzt, weil sie ein breites Spektrum umfassen. In Studien haben Patienten oft sechs Monate nach einer akuten Infektion immer noch über Erschöpfung und Atembeschwerden geklagt.

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.