© SPÖ-Frauen

Politik Inland
09/08/2021

"Müssen lauter werden“: Die neuen Forderungen der SPÖ-Frauen

Die Landeskonferenz der Wiener SPÖ-Frauen am Samstag steht unter dem Motto „Feministisch aus der Krise und gleichberechtigt in die Zukunft“. Das gibt das auch die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte der SPÖ-Frauenpolitik vor.

von Elisabeth Hofer

Es war ein Generationswechsel an der Spitze, den die SPÖ-Frauen laut Angaben eigener Mitglieder dringend brauchten, um wieder an Schlagkraft zu gewinnen: Nach zwölf Jahren übergab Gabriele Heinisch-Hosek Ende Juni den Vorsitz an die 28-jährige Eva-Maria Holzleitner. Sie soll neuen Schwung in die Bewegung – und damit letztendlich auch in die Partei bringen. Das gleiche Ziel verfolgt die 31-jährige Marina Hanke, die bei der Wiener Landesfrauenkonferenz am Samstag aller Voraussicht nach als Vorsitzende bestätigt werden wird.

Die Konferenz steht unter dem Motto „Feministisch aus der Krise und gleichberechtigt in die Zukunft“. Laut Holzleitner und Hanke gibt das auch die aktuellen inhaltlichen Schwerpunkte der SPÖ-Frauenpolitik vor. „Wir stellen uns die Frage, wie man die Gesellschaft neu aufstellen kann, damit es nicht immer die Frauen sind, die die Scherben aufräumen müssen“, sagt Hanke.

Die Corona-Krise habe die enorme Mehrfachbelastung der Frauen noch deutlicher gemacht, man habe gesehen wie sie durch unbezahlte Betreuungsarbeit immer mehr aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängt werden. Auch im Pflege-Bereich, wo vorwiegend Frauen arbeiten, sei der versprochene Corona-Bonus immer noch nicht vollends ausgeschüttet worden, bemängeln Holzleitner und Hanke.

In Sachen Gewaltschutz vermissen die SPÖ-Frauen das Engagement von Frauenministerin Susanne Raab bzw. ihrer Karenzvertretung Karoline Edtstadler (beide ÖVP). Den so dringend benötigten Frauenberatungsstellen fehle es trotz des erhöhten Frauen-Budgets an einer Basisfinanzierung. „Gerade in der Krise geht es darum, Dinge rasch umzusetzen, statt nur abzuwarten“, sagt Hanke. Wenn es Gewaltschutz-Initiativen gebe, gingen diese aktuell oft von den Ländern aus. „Hier muss man den Bund stärker in die Pflicht nehmen“, ergänzt Holzleitner.

„Mehr Lohntransparenz“

Arbeitsmarktpolitisch hingegen machen die Pläne der Bundesregierung – besonders jene der ÖVP – den SPÖ Frauen „Sorgen“. Werden die Zumutbarkeitsbedingungen etwa bei den Wegzeiten zu und vom Arbeitsort ausgeweitet, erschwere das vor allem den Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt, da sie nebenbei einen Großteil der Kinderbetreuungsarbeit leisten müssten. Stattdessen fordern Hanke und Holzleitner eine Verkürzung der Arbeitszeit auf vier Tage pro Woche sowie mehr Lohntransparenz.

In Sachen Migrationspolitik setzen sich die SPÖ-Frauen für eine Aufnahme von Frauen und Mädchen aus Afghanistan ein.

Soviel zu den Forderungen nach außen. Doch wie sieht es intern aus? Wie wollen die jungen Frauen ihre Partei auch für eine jüngere Zielgruppe wieder attraktiver machen? „Wir wollen die digitale Komponente auffrischen“, sagt Holzleitner, etwa müsse man auf Social-Media-Kanälen aktiver und lauter werden. Auch sollen Frauen in der Kommunalpolitik stärker unterstützt werden, denn hier gebe es immer noch viel zu wenig.

Den weiblichen Mitgliedern der SPÖ wolle man den Rücken stärken und der ganzen Partei etwas vorleben – etwa, wie man intensiv diskutieren, aber trotzdem zu konstruktiven Ergebnissen kommen kann.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.