Politik | Inland
28.02.2013

Voves zerpflückt eigene Partei

Harsche Kritik des Landeschefs: SPÖ müsse sich an "Haupt und Glied" erneuern.

Franz Voves kann vom Reformieren nicht genug bekommen: Diesmal nahm der steirische Landeshauptmann seinen 60. Geburtstag zum Anlass, um seiner Partei, der SPÖ, in die Parade zu fahren.

In Interviews mit der Kleinen Zeitung und dem ORF forderte er die SPÖ dazu auf, sich „an Haupt und Gliedern“ zu erneuern.

Was die steirische Landes-SP angehe, werde der neue Kurs am 1. Mai vorgestellt. Voves: „An diesem Tag werden wir beginnen, die Partei aufzubrechen.“

Die etablierten Parteien bezichtigt Voves – ausgehend vom Wahlergebnis in Italien – der Unfähigkeit, sich zu wandeln. SPÖ und ÖVP hätten weder ihre Strukturen und noch ihre Inhalte der geänderten Wirklichkeit angepasst. Gelinge in den kommenden zehn Jahren kein Aufbrechen, würden beide zugrunde gehen. „Dann steuern wir auf einen Triumph der Nicht-Politik zu.“

Harsche Kritik übt Voves an den eigenen Reihen: Die SPÖ-Graz habe „ungefähr 30 Jahre verschlafen. Der Doppelliter und die Schnapskarten, die man im Sektionslokal verwendet hat, haben mit der Wirklichkeit draußen nichts mehr gemein gehabt“.

Ähnliches gelte auch für die Wiener SPÖ, befindet der steirische Landeschef: „,Servas und griaß di‘ und jede Woche ein Meeting, aber der Strache gewinnt auf der Straße die Stimmen.“