Politik | Inland
05.02.2018

Landbauer wurde von Staatsanwaltschaft einvernommen

Die Burschenschaft Germania soll betreffend Vereinsauflösungsverfahren noch nichts von den Behörden gehört haben.

In der Causa NS-Liederbuch bei der Burschenschaft Germania sind bereits zahlreiche Zeugen einvernommen worden, unter ihnen auch der FPÖ-Spitzenkandidat für die niederösterreichische Landtagswahl Udo Landbauer. Das sagte die Staatsanwaltschaft auf APA-Anfrage am Montag. Das Vereinsauflösungsverfahren, das das Innenministerium angekündigt hatte, hat bei der Burschenschaft noch nicht angeschlagen.

Die Einvernahmen der vier Verdächtigen, die für das Liederbuch verantwortlich zeichnen, sind laut Staatsanwaltschaft weitgehend abgeschlossen. Das Verfahren dürfte aber noch eine Zeit lang dauern, denn die Staatsanwaltschaft lässt chemisch untersuchen, wann die inkriminierenden Passagen, in denen der Judenmord durch die Nazis besungen wird, genau geschwärzt wurden. Die Germania behauptet ja, dass dies schon vor vielen Jahren geschehen sei.

Keine weiteren Politiker bei Germania

Germania-Vizeobmann Philip Wenninger wurde bereits zwei Mal von der Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt, wie er der APA sagte. Er erklärte weiters, dass die Germania neben Landbauer und dem Wiener FPÖ-Landtagsabgeordneten Stefan Berger keine weiteren Politiker in ihren Reihen habe. Landbauer und Berger haben nach dem Bekanntwerden des rassistischen und antisemitischen Liedtextes die Burschenschaft verlassen.

In Sachen Vereinsauflösung hat die Burschenschaft von den Behörden bisher noch nichts gehört oder gelesen.