© St. Nikolausstiftung/Stefan Knittel

Integration
06/10/2021

Kindergarten: Ein Drittel spricht nicht Deutsch als Umgangssprache

Laut dem neuen Integrationsbericht liegt der Anteil in Wien bei rund 62 Prozent.

von Christian Böhmer

Fast ein Drittel, genau 29,6 Prozent, aller Kinder, die in Österreich in einen Kindergarten gehen, haben eine nichtdeutsche Umgangssprache; in Wien liegt der Anteil bei 61,6 Prozent. 

Das sind die aktuellen Zahlen, die im 11. Integrationsbericht des Bundeskanzleramts enthalten sind. Der Bericht wurde  am Donnerstag offiziell präsentiert.

Unter den Schülern ist der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Umgangssprache im Vergleichszeitraum zu 2018/19 stabil geblieben: Demnach sind von 1,12 Millionen Schülern 26,8 Prozent mit nichtdeutscher Umgangssprache. 

Der Integrationsbericht 2021 ist ein Rückblick auf das von der Pandemie geprägte Krisenjahr 2020. Und als solcher bildet er - auch - die Frage ab, wie sich die Corona-Epidemie auf die Integrationsbestrebungen ausgewirkt hat. "Die Corona-Krise hat die Integration vor große Herausforderungen gestellt", sagt Integrationsministerin Susanne Raab.

Abgesehen von den eingangs erwähnten Zahlen bei Schülern und Kindergartenkindern beleuchtet der Bericht unter anderem die Situation am Arbeitsmarkt. Hier zeigt sich, dass Arbeitsrkäfte aus den EU-Betrittsstaaten und aus Drittstaaten am stärksten von Beschäftigungsverlusten betroffen waren. Besonders hart hat die Pandemie Frauen getroffen. Das liegt unter anderem daran, dass Branchen, die von der Pandemie verhältnismäßig stark beeinträchtigt waren und sind, bisweilen auch sehr hohe Anteile an Migrantinnen aufweisen. Im Sektor der Gastronomie und Beherbergungsbetriebe beträgt der Anteil der Migrantinnen 45 Prozent - dementsprechend haben die Lockdowns und Einschränkungen in der Gastro auch diese Bevölkerungsgruppe besonders hart getroffen. 

Laut Bundeskanzleramt hat sich das Integrationsklima während der Corona-Pandemie kaum verändert - weder zum Besseren, noch zum Schlechteren. Das Zusammenleben mit Zugewanderten wird von den Österreichern mehrheitlich kritisch bewertet. Bemerkenswert ist allerdings, dass 45 Prozent der im Zuge des Berichts Befragten angegeben haben, dass Migranten bei der Bewältigung der Krise einen positiven Beitrag geleistet haben. 

Welche Schlüsse ziehen Integrationsministerin Susanne Raab und Katharina Pabel vom Expertenrat für Integration aus dem neuen Bericht?

Im Wesentlichen leiten sie drei Konsequenzen ab: 

Da ausländische Arbeitskräfte coronabedingt zuletzt stärker von Arbeitslosigkeit betroffen waren als österreichische, sollen sie - zusätzlich zum AMS-Angebot - stärker gefördert werden. Die zuletzt zurückgefahrenen Deutschförderklassen, Sommerschulen und Elternkurse sollen im Sommer wieder vermehrt stattfinden.

Für Raab zeigt der Integrationsbericht, dass die Pandemie starke Auswirkungen auf das Zusammenleben in den Communitys hatte und dass sich die Gewaltgefährdung von Frauen - etwa durch die verhängten Ausgangssperren - eher erhöht als verringert hat. Dem soll mit Gewaltschutzpaketen entgegengearbeitet werden.

Weiter aufrecht bleibt, drittens, der Wunsch, das Ehrenamt zu stärken. Soll heißen: In den Gemeinden und Regionen hat der Integrationsfonds gemeinsam mit dem Gemeindebund Förderungen für ehrenamtliche Integrationsprojekte entwickelt. Dazu gehören Mentoring-, Tandem und Buddy-Programme ebenso wie Deutschlerngruppen für Erwachsene oder Lerngruppen für Jugendliche. 

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