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Politik | Inland
05/09/2016

Wer soll Faymann nachfolgen?

Ex-ORF Chef Zeiler und ÖBB-Boss Kern werden als mögliche Nachfolger für Faymann gehandelt.

"Meinem Nachfolger, der noch zu bestimmen ist, wünsche ich das Allerbeste", sprach Werner Faymann heute kurz vor 13 Uhr in die Mikrofone der Journalisten. Aber wer soll das sein? Wer will in dieser schweren Krise der Sozialdemokraten die Partei übernehmen, wer kann Faymann so rasch wie möglich im Bundeskanzleramt nachfolgen?

Faymann ist der achte Parteichef der SPÖ seit 1945. Weil Faymann sofort alle Funktionen zurückgelegt hat, wird Wiens SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl interimistisch die Agenden als SPÖ-Chef übernehmen.

Gerhard Zeiler (60) gilt als einer der Favoriten für die Nachfolge Faymanns. Nicht zuletzt weil er über den besten Draht zum eigentlichen Königsmacher der SPÖ, Bürgermeister Häupl, verfügt. Zeiler selbst hatte in einem KURIER-Interview vor rund sechs Monaten sein Interesse bekundet.

"Macher" Kern

Beste Chancen werden vor allem Christian Kern (50) gegeben. Der rote Manager ist seit 2010 als Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding-AG der Bundesbahnen erfolgreich im Geschäft.

Kern könnte den immer tiefer werdenden Graben zwischen den linken Kräften der Partei und den wirtschaftsfreundlichen Modernisierern in der SPÖ auffüllen. Kern wurde in den 1990er-Jahren im roten Parlamentsklub sozialisiert, wechselte dann aber bald in die Privatwirtschaft (Verbund, ÖBB).

Dem Vernehmen nach will Kern den Kanzlerjob nur dann machen, wenn er sich sein Regierungsteam selbst aussuchen darf.

Außenseiterchancen werden noch Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser gegeben, sie kommt aus der Gewerkschaft und war dort einige Jahre stellvertretende Chefin. Spekuliert wird aber auch über Andreas Schieder. Dieser ist derzeit Klubobmann der SPÖ im Parlament. Aber auch Josef Ostermayer, die rechte Hand von Faymann und derzeit Kanzleramtsminister, wäre ein möglicher Nachfolger für den scheidenden Kanzler.