Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Interview

© Kurier / Gilbert Novy

Politik Inland
10/26/2020

Kanzler Kurz: "Gesundheitsministerium prüft gerade kürzere Quarantäne"

Eine Reduktion der Zehn-Tage-Quarantäne wäre "wüschenswert", sagt der Kanzler. Man könne diesen Weg aber nur gehen, "wenn es wissenschaftlich vertretbar ist".

von Daniela Kittner

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat einer Verkürzung der derzeitigen Zehn-Tage-Quarantäne eine Absage erteilt, er wolle "kein Risiko eingehen", sagte der Grüne kürzlich.

Nun gibt aber Kanzler Sebastian Kurz bekannt, dass das Gesundheitsministerium sehr wohl eine Reduktion der Quarantänezeit prüfe. Kurz auf Oe24: „Es gibt in der gesamten europäischen Union derzeit eine Diskussion darüber. Es haben sich einige Experten dafür ausgesprochen, die Quarantäne-Zeit zu reduzieren. Das Gesundheitsministerium überprüft das jetzt gerade. Klar ist, je mehr Menschen in Kontakt mit Infizierten sind, umso mehr Menschen müssen in Quarantäne. Wenn die Zahl zu groß wird, dann lähmt das irgendwann auch unser Land. Und daher ist es natürlich wünschenswert, wenn es die Möglichkeit gibt, die Quarantäne-Zeit zu reduzieren, und ein Freitesten möglich zu machen, so wie das viele Experten vorgeschlagen haben.“

"Muss wissenschaftlich vertretbar sein"

Kurz weiter: „Natürlich ist richtig, je kürzer die Quarantäne-Zeit ist für Personen, die mit einem Infizierten in Kontakt waren, aber im Normalfall selbst nicht angesteckt sind, desto besser. Egal, ob wir hier von einem Lehrer, einem Polizisten, einem Schüler oder jedem anderen Menschen sprechen, es ist natürlich fordernd, 10 Tage von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Das ist für den Wirtschaftsstandort eine Belastung, das ist für Familien eine Belastung. Je kürzer diese Phase ist, desto besser. Klar ist aber, es muss immer hier eine Risikoabschätzung gemacht werden. Man kann diesen Weg nur gehen, wenn es wissenschaftlich vertretbar ist.“

ÖVP-Minister und Gewerkschaft für Freitesten

Es geht dabei um Personen, die sogenannte K1-Personen sind, also mit Infizierten in Kontakt waren, aber selbst nicht infiziert sind. Die müssen derzeit zehn Tage in Quarantäne. Die Minister Werner Faßmann und Elisabeth Köstinger sowie der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, haben für diese Personen eine Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage gefordert. Man solle sich nach fünf Tagen "freitesten dürfen". Man solle Gesunde "nicht unnötig lange einsperren", sagte Hebenstreit.

Anschober hatte das klar abgelehnt.

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