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Politik Inland
03/05/2021

Impfrate: Wann kommt der Ketchup-Effekt?

Im Februar kamen Impfdosen für nur 260.000 Österreicher – ab April können laut Plan mehr als eine Million Menschen in Österreich geimpft werden.

von Bernhard Gaul, Johanna Hager

Erst kommt nichts und dann ein großer Schwall. Der Ketchup-Flaschen-Effekt.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bemühte das Bild, um auf die schiere Menge an Impfdosen aufmerksam zu machen, die EU-weit bald zur Verfügung stehen werden. Von einem derartigen Effekt geht für das Frühjahr und Österreich auch Kanzler Sebastian Kurz aus.

Rückblick: 892.515 Dosen hat Österreich von Dezember bis Februar bekommen – von den zum nämlichen Zeitpunkt drei verfügbaren Produzenten: Biontech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca. Eine nachgerade lächerliche Zahl für das „Testweltmeisterland Österreich“ (© Kurz) verglichen beispielsweise mit dem „Impfweltmeister“-Land Israel. Dort sind bereits 55 Prozent der Bevölkerung geimpft – in Österreich sind es derzeit knapp fünf Prozent. Doch das sollte sich jetzt ändern.

Das Problem war der Februar: Es wurde zwar angekündigt, dass in diesem Monat weniger Impfstoff fließen wird, die nackten Zahlen zeigen aber, wie wenig geliefert wurde: Nur 520.350 Impfstoffe – für halb so viele Österreicher, da ja zwei Impfdosen pro Person erforderlich sind.

Im März, so sieht es zumindest der Lieferplan für Österreich vor, werden 1.044.920 Dosen geliefert, wobei das Gros – jeweils rund 450.000 Dosen – von Biontech/Pfizer und Astra Zeneca kommen sollen.

Ab April geht es los

Damit werden im Knapp-Neun-Millionen-Einwohnerland Österreich bald mehr als doppelt so viele Impfdosen zur Verfügung stehen wie bisher. Ab April soll pro Monat so viel verimpft werden können, wie in den vier Monaten (Dezember, Jänner, Februar, März) zusammen.

Ab April, also dem zweiten Quartal, rechnet das Gesundheitsministerium laut KURIER-Informationen damit, dass monatlich allein von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca rund 1,8 Millionen Dosen geliefert werden. Zusätzlich sollen noch Dosen von Johnson & Johnson in Österreich verimpft werden, sofern der Impfstoff am 11. März wie erwartet von der europäischen Gesundheitsbehörde zugelassen wird. Avisiertes Lieferausmaß: 220.000 Dosen pro Monat – es braucht aber davon nur eine Impfdosis pro Person.

Schon damit würde wahr werden, was der grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober im Sonntag-KURIER-Interview vor einer Woche sagte: „Ich gehe davon aus, dass wir im April in die Breite gehen und bis zu 100.000 Dosen am Tag verimpfen.“

In der Apotheke impfen?

Zudem prüft die EU-Gesundheitsbehörde bereits die Impfstoffe von drei weiteren Anbietern – Novovax, CureVac und den russischen Sputnik-Impfstoff. Es sieht also gut aus, wenn die Pharmafirmen ihre Zusagen auch einhalten und die Lieferungen exakt zum vorgegebenen Zeitpunkt in Österreich eintreffen. Und vorausgesetzt, dass die Distribution und Organisation vom Eintreffen der Impfdosen bis zur Impfung am Patienten funktionieren.

Die Bundesregierung ist für Beschaffung und Distribution in die neun Bundesländer zuständig. Wer wann wie geimpft wird, das entscheiden die Bundesländer selbst – und bisher höchst unterschiedlich. Fix ist nur, dass die Impfungen weiterhin der Ärzteschaft obliegen. Apotheken sollen weiter Corona-Tests durchführen, aber keine Impfungen verabreichen dürfen. Zumindest, wenn es nach Gesundheitsminister Anschober geht. Er kann sich das zwar „grundsätzlich in den nächsten Jahren“ vorstellen, „aber nicht mitten in einem Impf-Prozess“. Das wäre „nicht praktikabel“.

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