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Chronik Wien
03/03/2021

In Wien gibt es den Astra-Zeneca-Impfstoff auch für über 65-Jährige

Vorerst für Risikopatienten in den Spitälern vorgesehen. Der Impfplan wurde aktualisiert

von Josef Gebhard

In Zeiten einer Corona-Pandemie ist es üblich geworden, dass aus Schutzimpfungen große Medientermine werden. Diesmaliger Schauplatz: Das Austria Center, wo am Mittwoch erstmals Wiener Lehrer und Kindergarten-Pädagogen gegen das Coronavirus geimpft wurden. Die meisten von ihnen erhalten den Impfstoff von Astra Zeneca.

Bei anderen Bevölkerungsgruppen ist das weniger selbstverständlich: Seit Wochen gibt es ein Gezerre darum, ob das Vakzin des schwedischen Herstellers an über 65-Jährige verabreicht werden soll. Zwar ist er auf europäischer Ebene uneingeschränkt zugelassen, mangels ausreichender Daten über die Wirksamkeit hat das nationale Impfgremium bis dato aber von einer Empfehlung für diese Altersgruppe abgesehen.

Nun prescht Wien vor und impft ab sofort auch Menschen über 65 mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff. Allerdings in einem ersten Schritt lediglich die Gruppe der Risikopatienten im Spital.

Schnelligkeit zählt

„Es geht derzeit um die Schnelligkeit, und wir wissen von diesem Impfstoff, dass er auch bei älteren Personen gute Wirkung zeigt“, sagt Michael Binder, der ärztliche Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds. Er verweist auf sogenannte Pre-Print-Studien aus England, Schottland und Irland, die dies belegen würden. „Es besteht kein Grund, hier den Riegel weiter vorzuhalten und auf die formalen gedruckten Publikationen zu warten“, betont Binder.

Die Entscheidung Wiens sieht er keineswegs im Widerspruch zur Position des Impfgremiums: Laut Binder gebe es sehr wohl die Empfehlung, dass man auch für die älteren Menschen auf diesen Impfstoff zurückgreifen könne, wenn die anderen (Biontech, Moderna) wegen „logistischer Einschränkungen“ nicht zur Verfügung stünden.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat unterdessen am Mittwoch den weiteren Impfplan für Wien präsentiert. Unter der Voraussetzung, dass die Impfdosen wie vom Bund angekündigt geliefert werden, werden bis Monatsende insgesamt 280.000 Erst- und mehr als 109.000 Zweitimpfungen erfolgt sein.

Bereits abgeschlossen ist die erste Impfrunde beim Spitalspersonal und in den Seniorenheimen. In Alten- und Pflegewohnheimen ließe sich laut Hacker der Effekt der Impfungen schon deutlich sehen: Die Zahl der aktiven Fälle sei – verglichen mit dem heurigen Höchststand Anfang Jänner – um 87 Prozent gesunken.

Wer jetzt drankommt

Im März bekommen weitere Berufs- und Personengruppen ihren Erststich: Feuerwehr, Polizei, Risikopersonen, Personal in hochexponierten Bereichen von Unternehmen, Sozialeinrichtungen, Apotheken, nichtmedizinische Gesundheitsberufe, Risikopatienten im Spital , Kontaktpersonen von Schwangeren und über 75-Jährige.

Wie berichtet, haben wegen einer Kommunikationspanne auch schon rund 5.000 Uni-Mitarbeiter einen Impftermin bekommen, obwohl sie nicht an der Reihe gewesen wären. Sie werden nun aber trotzdem geimpft, kündigt Hacker an.

Nach Ostern werden die Impfungen bei niedergelassenen Ärzten starten. Sie werden zum Teil in den 30 bis-herigen Schnupfen-Testboxen stattfinden, wo die Ärzte Zeitfenster reservieren können.

Harsch weist Hacker die Kritik von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zurück, die Bundesländer seien beim Impfen zu langsam: „Das braucht kein Mensch, das hilft uns keinen Meter weiter. Das Einzige, was mich interessiert: Wie viel Impfstoff mehr liefert der Bund?“

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