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Politik Inland
01/03/2020

Grüne, SPÖ oder ÖVP: Wer hat das 1-2-3-Klimaticket erfunden?

Die Forderung nach einer österreichweiten Öffi-Jahreskarte für drei Euro pro Tag kam in der Vergangenheit nicht nur von den Grünen.

von Johannes Arends, Bernhard Gaul

In der Vergangenheit wurde es von mehreren Parteien immer wieder gefordert, nun ist es Teil eines Regierungsprogramms geworden: Das österreichweite Jahresticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel um nur 1.095 Euro. 1-2-3-Klimaticket soll es heißen. Die Idee dient nicht nur als Verkehrs-, sondern auch als Umweltschutzmaßnahme, denn Zugfahren ist deutlich umweltschonender als der "schmutzige" Pkw.

Soweit, so logisch. So logisch sogar, dass es parteienübergreifende Zustimmung für den Vorschlag gab, wenn auch mit leichten tariflichen Abweichungen.

Nicht nur die Grünen

2006 präsentierte die ÖVP erstmals die Idee eines österreichweit gültigen Tickets für alle Verkehrsbetriebe. 2008 wiederholte sie die Forderung und konkretisierte sie: Erwachsene und Familien sollten dafür 1.490 Euro zahlen, Pensionisten 1.190 Euro und Jugendliche 990 Euro. Inflationsbereinigt wären das 2019 umgerechnet 1.727 für Erwachsene, für Senioren 1.380 und für Jugendliche 1.150 Euro. Das Projekt kam nie in Schwung, die Politik konzentrierte sich die längste Zeit auf eine Verbesserung des Angebots.

Unter Türkis-Blau kam dann zwar nicht das Österreich-Ticket als neues Projekt ins Verkehrsministerium, dafür ein ebenfalls kundenfreundliches: Inzwischen brütet seit zwei Jahren eine Arbeitsgruppe an der Möglichkeit, zumindest Tickets für alle Verkehrsverbünde zentral kaufen zu können. Das geht nämlich bis heute noch nicht.

Das auch im aktuellen Regierungsprogramm enthaltene günstigere Modell brachten hingegen die Grünen erstmals 2013 auf: Ein Jahresticket für ein Bundesland nach dem „Wiener Modell“ um 365 Euro, für zwei Bundesländer um 730 Euro und für ganz Österreich um 1.095 Euro pro Jahr. Im Zuge der Nationalratswahl 2017 forderten sie es erneut.

Die SPÖ sprang schließlich auf und versuchte im Sommer 2019 ebenfalls mit einem SPÖ-"1-2-3-Klimaticket" im Wahlkampf zu punkten. Vergebens. Jetzt will Türkis-Grün das Projekt umsetzen.

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