Grazer Bürgermeisterin Kahr: „Richtiger Zeitpunkt für die KPÖ im Bund“

Grazer Bürgermeisterin Kahr: „Richtiger Zeitpunkt für die KPÖ im Bund“
Die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin ist gegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Für ihre Partei sei es an der Zeit, bundesweit „an Strahlkraft zu gewinnen“.

Elke Kahr ist 40 Minuten zu spät, als sie die Tür zu ihrem Büro öffnet. Die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin will trotz vollen Terminkalenders den Kontakt zu den Menschen nicht verlieren, kümmert sich um vieles selbst. Und das braucht seine Zeit.

Man habe – nach jahrelangen Bemühungen – endlich eine Lösung für die Probleme einer Bürgerin gefunden, die an den Behörden scheiterte, erzählt Kahr, als sie sich zum Interview bereit macht. Als Nächstes auf ihrer Agenda: Graz soll Hilfsmittel für die türkische Erdbebenregion zur Verfügung stellen. Das Leid der Menschen in der Region sei „unvorstellbar“.

KURIER: Auch in der Ukraine leiden die Menschen. Ihre KPÖ tut sich mit der Abgrenzung von Putins Russland nicht immer leicht. Wie geht es Ihnen damit, wenn Europa im Krieg eine immer aktivere Rolle einnimmt?

Elke Kahr: Ich bin in der Friedensbewegung groß geworden. Der Gedanke, dass Abrüstung die einzige Logik sein kann, damit nicht irgendwer die Welt ins Unheil schickt, hat mich tief geprägt. Daher bin ich überzeugt, dass man den Krieg nicht mit Waffenlieferungen lösen kann. Die Ukraine hat ein Recht auf Selbstverteidigung gegen Russland. Oder besser gesagt gegen Putin – es ist sein Krieg, die Menschen in Russland wollen ja selbst nicht, dass ihre Söhne sterben. Ich verstehe die Menschen in der Ukraine, die bis zum Umfallen kämpfen wollen. Aber was passiert, wenn sie nicht mehr können?

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