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Politik Inland
10/25/2021

Gartlehner: "Am besten nur noch PCR-Tests"

Epidemiologe Gerald Gartlehner hätte bei Stufenplan gerne früher die Bremse gezogen.

Die Infektionszahlen steigen derzeit stark. Eine Erklärung dafür hat auch der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donauuni Krems nicht. Dass die ab 1. November auch am Arbeitsplatz geltende 3-G-Regel diese Entwicklung deutlich abbremsen kann, nimmt Gartlehner nicht an, er sieht bei der Maßnahme vor allem eine Motivation zur Impfung.

Gartlehner rechnet nicht damit, dass die Zahlen wieder Höchstwerte wie bei der zweiten Welle von bis zu 9.000 Neuinfektionen täglich erreichen werden; er verweist aber auf die regional sehr unterschiedlichen Impfquoten  in Bundesländern mit niedriger Quote könnten die Zahlen schon noch stark in die Höhe gehen, so der Experte in der ZiB 2.

"Weg mit den Wohnzimmer-Tests"

Kostenpflichtige Tests hält Gartlehner in Österreich für "politisch nicht machbar". Aber zumindest sollten Wohnzimmer-Antigentests nicht mehr gelten – und auch von den Antigentests hält er nicht allzuviel: Wenn irgendwie möglich, wäre es gut, nur noch PCR-Tests einzusetzen.

Die Stufe 5, die ab 600 belegten Intensivbetten einen Lockdown für alle Ungeimpfte vorsieht (eine derart hohe Belegung gab es erst zweimal), hält Gartlehner eher für eine "symbolische Ankündigung". Was ihm aber beim Stufenplan fehle, sei, "dass eine Bremse früher eingesetzt wird", um gar nicht in die Nähe solcher Zahlen zu kommen. Als Beispiele für eine solche Bremse nennt Gartlehner  neben der Abschaffung der Wohnzimmer-Tests  2-G für die Nachtgastro in ganz Österreich (nicht nur in Wien).

Darüberhinaus hält der Epidemiologe einen Lockdown für Ungeimpfte auch für nur schwer umsetzbar. Es sei kaum vorstellbar, wie man diese Gruppe herausfiltern wolle.

Gegen allgemeine Impfpflicht

Laut Umfragen gibt es 17 Prozent, die sich keinesfalls impfen lassen wollen. Die werde man auch nicht zur Impfung bringen, meint Gartlehner – wobei er die Prozentzahl anzweifelt; normalerweise liege diese Gruppe absoluter Impfgegner bei 5 bis 7 Prozent.

Was das Impfen von Kindern angeht, so sieht Gartlehner hier die Abwägung zwischen Risiko und Nutzen für deutlich schwieriger als bei Erwachsenen. Keineswegs sollten Kinder geimpft werden, um ungeimpfte Erwachsene zu schützen.

Eine allgemeine Impfpflicht hält Gartlehner für "demokratiepolitisch fragwürdig"  geben sollte es sie in Spitälern, Pflegeheimen, und zwar auch für bestehendes Personal.

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