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Russia Today
01/09/2017

FPÖ-Politiker Überbacher blamiert sich mit Interview

Der FPÖ-Klubdirektor von Innsbruck-Land Johann Überbacher sorgte mit seinem Englisch für Lacher im Netz und mit seinen Aussagen für Aufregung in der Wirtschaft.

Die sexuellen Übergriffe während der Silvesternacht in Innsbruck machten auch weit über die Landesgrenzen Schlagzeilen. Unter anderem berichtete das Kreml-Organ Russia Today in seiner internationalen Ausgabe darüber. Als Gesprächspartner sah und hörte der Zuseher den FPÖ-Klubdirektor von Innsbruck-Land (Tirol) Johann Überbacher. Sichtlich nervös und in alles anderem als einwandfreiem Englisch nahm er zu den Übergriffen Stellung bzw. nicht Stellung. Stattdessen wünschte er zuerst dem russischen Volk eine Frohe Weihnacht, um anschließend über das Flüchtlingsproblem in Österreich zu sprechen. Laut Überbacher (in dem erwähnten Interview) wohnen in Innsbruck "150 Personen aus Nicht-Afrikanischen Staaten, wie Marokko". Nicht nur, dass Marokko in Nordafrika liegt, auch leben verteilt auf alle Stadtteile rund zweitausend Flüchtlinge in Innsbruck.

"So handelt jemand, der Tirol schaden will!"

Laut Überbacher ist Innsbruck zusätzlich das "wichtigste Tourismuszentrum in Mitteleuropa" mit 15 Millionen Tirol-Besuchern im Jahr und müsse deshalb besonders geschützt werden. Auch in diesem Punkt hat Überbacher offensichtlich falsche Zahlen im Kopf, denn laut tirol.gv.at gab es im ganzen Bundesland 2016 11,5 Millionen Ankünfte von Touristen und 41,6 Millionen Nächtigungen. Besonders dieser Teil stieß bei Touristikern sauer auf. In einer Aussendung zeigte sich der Tiroler Wirtschaftsbundesobmann Franz Hörl entsetzt über die Aussagen von Überbacher: "So handelt jemand, der Tirol schaden will!" und sagt: "Wir sind ganz sicher kein Hort xenophober, sprachlich beschränkter Eiferer. Aber das muss man fast glauben, wenn man sich das Live-Gstammel dieses Dr. Überbacher anschaut, es zu verstehen versucht und diesen rechten Attidüden (sic!) auch nur den geringsten Glauben schenkt. Wir sind kein Flüchtlingslager und schon gar kein Land, das droht im Chaos zu versinken.“

FPÖ-Chef kontert

Der Konter kam nicht von Überbacher, sondern von Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger. "Nicht Interviews schaden, sondern die EU-Sanktionen (gegen Russland, Anm.), die die ÖVP auch mitgetragen hat, schaden den Beziehungen Österreichs zu Russland", meinte Abwerzger. Der FPÖ-Landesparteichef verwies darauf, dass er selbst drei Interviews mit russischen Medien geführt habe. "Gerade Hörl ist jemand, der, wenn er auch nur eine Kamera vermutet, sofort lauthals 'hier' schreit", so Abwerzger in Richtung des ÖVP-Politikers. Die Vorfälle in Innsbruck seien "mehr als alarmierend" gewesen, und die Öffentlichkeit habe ein berechtigtes Interesse daran, dass diese aufgeklärt und verhindert würden. Dies sei man den Bürgern und den Gästen schuldig.

Um folgendes Interview geht es

Häme im Netz

Nicht mit den Inhalten, sondern mit Überbachers Englisch beschäftigte sich das Netz. Ein kleiner Überblick.

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