Norbert Hofer

© Kurier / Juerg Christandl

Politik Inland
04/15/2021

FPÖ-Mandatar packt aus: Hofer isoliert, Klub auf Kickl-Linie, kein Wechsel zur ÖVP

In einem Podcast erzählt Bundesrat Johannes Hübner, wie FPÖ-Chef Norbert Hofer nach seinem Aufruf zum Maskentragen parteiintern unterging.

von Daniela Kittner

Es war vor der letzten Sondersitzung des Nationalrats. FPÖ-Chef Norbert Hofer hatte als Dritter Nationalratspräsident das Maskentragen im Plenum empfohlen. Seine eigene Fraktion saß dann aber, von den Worten ihres Obmanns ungerührt, wie üblich ohne Masken im Plenarsaal. In einem Podcast mit der ultrarechten Plattform infodirekt erzählt FPÖ-Bundesrat Johannes Hübner offenherzig, wie Hofer in seiner Partei in dieser Frage unterging. Der FPÖ-Klub aus National- und Bundesräten quittierte Hofers Vorstoß mit zwei vielsagenden Beschlüssen. In dem Podcast wird auch das Für und Wider einer Ablöse Hofers von der FPÖ-Spitze erörtert.

In der Einleitung wird Hofer angekreidet, dass er mit seinem Vorstoß zum Maskentragen der ÖVP die Gelegenheit gegeben habe, von ihrer eigenen Chat-Misere abzulenken. "Norbert Hofer hat gerade an dem Tag den Tweet abgesetzt, als sich Blümel blamiert hat. Dann hat er eine Pressekonferenz anberaumt, in der er genau nichts gesagt hat, aber wieder vom U-Ausschuss abgelenkt hat", sagt der Moderator.

FPÖ-Bundesrat Johannes Hübner erzählt dann, dass Hofer der FPÖ-Klubsitzung fernblieb und gar nicht versuchte, seine Corona-Linie dort durchzusetzen. Hofer wird in dem Podcast eine Notlüge für das Fernbleiben unterstellt, denn er habe mit Verweis auf einen familiären Krankheitsfall zwar am Vormittag die interne Sitzung ausgelassen, sei aber dann pünktlich um 12 Uhr zur Plenarsitzung erschienen. Hübner schildert die interne Sitzung der FPÖ-Mandatare so: "Der Tenor war zwischen Erstaunen, Entsetzen, Verärgerung und Verwunderung. Niemand war für Schwenk des Obmanns."

FPÖ gegen fliegenden Wechsel zu Kurz

Zwei Beschlüsse seien in dieser Sitzung gefasst worden: "Keinesfalls ein fliegender Wechsel zur Kurz-ÖVP. Wenn, dann nach Wahlen." Und: "Kein Schwenk in der Corona-Politik."

Hofer habe sich "vergaloppiert", sagt Hübner, er habe "einen schweren Fehler gemacht". Man könnte nun einen außerordentlichen Parteitag einberufen und eine Kampfabstimmung Hofer/Kickl machen oder Hofer per Vorstandsbeschluss zum Rücktritt auffordern, meint Hübner. Er verwirft das aber, denn das "interne Match" wäre nur "ein Gaudium" für die FPÖ-Gegner. Daher hofft Hübner, dass Hofer "zurück ins Boot findet" und seinen "Fehler einsieht".

Kickls Politik "vom Feinsten"

Herbert Kickl mache kantige Oppositionspolitik "vom Feinsten", das habe unlängst sogar ein Berater von Manfred Haimbuchner gepostet. Diese kantige Oppositionspolitik könne man auch mit Hofer an der Parteispitze machen, denn "die Oppositionspolitik wird sowieso vom Klubobmann und dem gesamten Klub gemacht. Für die Abgeordneten kann Hofer ohnehin nicht sprechen".

Für Hübner ist auch klar, wer verantwortlich ist, sollte die Doppelführung Hofer/Kickl nicht funkionieren. Hübner: "Es sind nicht beide schuld, sondern es gibt nur einen Schuldigen." Er hoffe, "dass Hofer auf den gemeinsamen Pfad zurückfindet".

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