Politik | Inland
02.11.2015

Christian Höbart macht sich über Flüchtlinge lustig

FPÖ-Mandatar sorgt - nach "Höhlenmenschen"-Sager - erneut für Aufregung. Rückzieher folgt: "Ironie/Satire nicht das geeignete Mittel"

Während Susanne Winter nach antisemitischen Ausritten die PÖ verlassen muss, macht ein weiterer FPÖ-Nationalratsabgeordneter auf sich aufmerksam. Am Sonntag hat Christian Höbart auf Facebook ein Video geteilt, das Flüchtlinge zeigt, die sich einander auf einem Schlauchboot filmen.

Höbart, der im Zivilberuf Unternehmensberater ist, kommentierte das Video wie folgt (siehe Bild unten):

"Eine Seefahrt, die ist lustig / Eine Seefahrt, die ist schön / Denn da kann man fremde Länder / Und noch manches andre sehn / Hol-la-hi, hol-la-h / Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho."

Posting gelöscht

In einer Aussendung am Montag rechtfertigte Höbart sein Posting folgendermaßen: "Das Video zeigt junge, gut gekleidete, arabische Männer in einem Boot, die inklusive Kamera und Selfies übermütig lachen, johlen und scherzen, was das Zeug hält. Diese Form der Selbstdarstellung im krassen Gegensatz zur lebensgefährlichen Flüchtlingsrealität auf überfüllten Schlepperbooten hat mich zu meinem ironischen Kommentar veranlasst. Ich erkenne aber an, dass Ironie/Satire in diesem Fall nicht das geeignete Mittel zur Darstellung dieser Diskrepanz war, da sie auch missverstanden werden kann. Das Posting wurde daher auch gelöscht."

Kein Einzelfall

Wenn es um rassistische Entgleisungen geht, ist der geschäftsführende Landesparteiobmann der FPÖ Niederösterreich kein unbeschriebenes Blatt. Asylwerber, die wegen eines Selbstmordversuches eines aus Somalia stammenden Asylwerbers auf die Straße gingen, bezeichnete er als "Erd- und Höhlenmenschen". Nach scharfer Kritik von anderen Parteien und NGOs ruderte Höbart zurück. Sein Kommentar sei möglicherweise etwas überzeichnet gewesen, so der Politiker. Bei seinem Standpunkt ist er aber geblieben.