FPÖ-Abgeordnete Christian Höbart ist kein unbeschriebenes Blatt

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Rassismus
11/08/2014

FP-Posting: Asylwerber als "Höhlenmenschen"

Der FP-Abgeordnete Christian Höbart wollte das "unzivilisierte Benehmen" der Asylwerber herausstreichen.

Mit einem rassistischen Posting gegen Asylwerber hat der geschäftsführende niederösterreichische FP-Chef Christian Höbart am Freitag auf Facebook für Aufregung gesorgt. In der Facebook-Gruppe "Traiskirchen" beschimpfte Höbart Asylwerber, die am Donnerstag demonstriert hatten, als "Erd- und Höhlenmenschen". In einer ersten Stellungnahme sagte Höbart, mit den "bewusst unter Anführungszeichen gesetzten" Begriffen "Erd- und Höhlenmenschen" möglicherweise etwas überzeichnet zu haben. Er hätte das unzivilisierte Benehmen vieler Asylwerber in Traiskirchen herausstreichen wollen.

Gepostet hat Höbart, er vertritt die FPÖ auch im Nationalrat, seine Aussagen unter Fotos einer Demonstration von Asylwerbern in Traiskirchen. Als ein Facebook-User nach dem Grund für die Versammlung in der Nacht auf Freitag fragte, schrieb der FP-Abgeordnete: "Kann keinen Grund geben für diese Gesellen! Denen geht es im Vergleich zum Herkunftsland bei uns BESTENS! Skandalöser weise wissen es diese ganzen 'Erd- und Höhlenmenschen' nicht zu schätzen, dass sie hier bestes Essen, neue Kleidung und sonstigen Firlefanz bekommen! Eine Frechheit sondergleichen!!!" Auslöser für die Demonstration war der Selbstmordversuch eines aus Somalia stammenden Asylwerbers am Donnerstagabend vor den Toren des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen.

Kein Platz für "Herrenmenschenfantasien"

Die ersten Rücktrittsforderungen kamen am Samstag von den Grünen und SOS-Mitmensch. "Menschen, die vielleicht vor Mord und Vergewaltigung der IS-Mörderbanden im Irak und Syrien geflohen sind, als 'Erd- und Höhlenmenschen' zu bezeichnen, ist offener Rassismus, der ähnlich den Nazis bestimmte Menschen als Untermenschen klassifizieren möchte", kritisierte Grünen-Klubvize Albert Steinhauser in einer Aussendung: "Strache soll Höbart aus dem Verkehr ziehen und dem Parlament damit einen guten Dienst erweisen." "Rassismus und Herrenmenschenfantasien" hätten keinen Platz in der Politik.