Medical ventilator being monitored by anaesthetist.

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Politik Inland
09/20/2020

Experten rechnen mit Anstieg bei Intensivpatienten

Durch den Anstieg bei den Infektionen werden die Spitäler in Österreich wieder voller.

von Ingrid Teufl

Die Pandemie hat Europa fest im Griff: Am Samstag meldeten die polnischen Gesundheitsbehörden mit mehr als 1.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. In Deutschland veröffentlichte das Robert-Koch-Institut ebenfalls einen Anstieg: 2.297 Infektionen.

In Tschechien, wo sich zuletzt die Infektionen rasant erhöht hatten, war am Samstag ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Wurden am Freitag noch mehr als 3.000 Neuinfektionen registriert, waren es am Samstag über 2.000 Ansteckungen.

Auch in Österreich steigen die Zahlen und das bedeutet auch eine höhere Belastung für die Spitäler im Land.

 

Angesichts dieses unplanbaren Infektionsgeschehens sind Maßnahmen gefragt. Dass auf steigende – und fallende – Zahlen jeweils reagiert werden müsse, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei seinem Besuch in der Schweiz. Bis erfolgversprechende Medikamente und ein Impfstoff eingesetzt werden können, „werden wir erleben, was am treffendsten mit einer Ziehharmonika verglichen werden kann“. Er stellte für den Herbst und Winter in Aussicht: „Immer, wenn es steigende Zahlen gibt, wird es die Notwendigkeit geben, mit Restriktionen zu reagieren und wenn die Zahlen sinken, auch Lockerungen zu ermöglichen.“

Zuversichtlich

Zuversichtlich bleibt Kurz aber mit seiner bereits getätigten Prognose für das erste Halbjahr 2021. „Es ist aus heutiger Sicht zu erwarten, dass nicht nur ein Impfstoff erforscht, sondern auch zugelassen ist und in Europa auch zur Anwendung kommt.“ Ein „Aufatmen“ und Veränderungen halte er für Sommer 2021 „realistisch“. Damit spielte er auf entsprechende Kapazitäten an, um viele Menschen impfen zu können.

Mund-Nasen-Schutz
Nunmehr muss laut der neuen „Covid-19-Maßnahmenverordnung“ ein Mund-Nasen-Schutz auch auf Märkten getragen werden – also auch im Freien. In Einkaufszentren müssen die Masken zudem zwischen den Geschäften getragen werden, sowie ebenfalls in den Freibereichen. Maskenpflicht herrscht bei Fach- und Publikumsmessen 

Gastronomie
Nur noch maximal zehn Personen dürfen gemeinsam als Gruppe Platz nehmen. Die Gäste müssen im Lokal Mund-Nasen-Schutz tragen – außer am Tisch

Indoor-Veranstaltungen
Feiern und ähnliche Veranstaltungen in Räumen sind für zehn Personen gestattet. Bisher lag der Höchstwert bei 50. Wer eine Veranstaltung für mehr als 250 Personen veranstaltet, muss diese bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde bewilligen lassen. Bei mehr als 50 Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 100 im Freien muss der Veranstalter einen Covid-Beauftragten bestellen und ein Präventionskonzept vorlegen und umsetzen. Ausgenommen sind Begräbnisse, hier gilt eine Höchstzahl von 500 Personen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober ortete im Ö1-„Journal zu Gast“ am Samstag Versäumnisse mancher Bundesländer-Behörden wegen derzeit oft langer Wartezeiten bei den Corona-Tests. Die Regierung hätte nicht zu spät auf die steigenden Zahlen reagiert. Aber es sei ein „schwerer Fehler“, wenn Tester nach einem Anruf erst nach Tagen kämen und Ergebnisse lange ausständig seien. Wochenlang war durch das gesunkene Durchschnittsalter die Zahl der Hospitalisierten von den steigenden Infektionszahlen entkoppelt. Nun gehen die Prognosen bei den Intensivpatienten „deutlich nach oben“.

Die Klinik Favoriten in Wien nimmt derzeit überhaupt keine Corona-Patienten mehr auf. Aber in anderen Krankenhäusern der Stadt seien noch genug Betten frei, betont man beim Wiener Gesundheitsverbund.

Doch Anschober sprach auch von einer „umfassenden Trendwende“, die bemerkbar sei. Die Bevölkerung mache stärker bei Eindämmungsmaßnahmen mit. „Ich bin zuversichtlich, dass das Verantwortungsgefühl bald wieder wie im Frühling ist und wir damit die Pandemie weiter unter Kontrolle halten können.“

Laut Robert Redfield, Direktor des US-amerikanischen „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) könnten Gesichtsmasken eine wichtige Rolle spielen. In CBS News bezeichnete er den Gesichtsschutz als derzeit wichtigste Verteidigung gegen Covid-19. Sie könnte effektiver sein als ein Impfstoff, von dem man noch nicht wisse, wie gut er vor einer Infektion schützt.

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