Politik | Inland
18.05.2017

Eva Glawischnig: Vom Umweltschutz ins Parlament

Die Juristin aus Kärnten führte die Grünen seit 2008.

Mit dem Rücktritt von Eva Glawischnig als Grünen-Parteichefin endet für die 48-jährige Kärntnerin eine fast neun Jahre andauernde Rolle. Glawischnig wurde 1969 in Villach geboren, ging als Wirtshaustochter in Spittal an der Drau ins Bundesrealgymnasium, gemeinsam mit FPÖ-Politiker Herbert Kickl. Später schloss sie ein Rechtswissenschaften-Doktoratsstudium in Graz ab. Sie engagierte sich dann auch als Juristin im Umweltschutz bei Global 2000 und im Kampf gegen Atomkraftwerke im grenznahen Ausland.

1996 trat sie den Grünen als Wiener Umweltsprecherin bei, seit 1999 saß sie für sie im Parlament, 2002 wurde sie stellvertretende Bundessprecherin der Partei. Der damalige Parteichef war der heutige Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der 2008 die Parteispitze an Glawischnig abgab, die auch Klubobfrau wurde. Zwischen 2006 und 2008 war sie dritte Nationalratspräsidentin.

Erfolge bis zur Krise

Unter Glawischnig professionalisierten die Grünen die Parteiorganisation und feierten vor allem auf Landesebene große Erfolge. Im Bund fuhr die Partei 2013 mit Glawischnig als Spitzenkandidatin mit 12,42 Prozent das historisch beste Ergebnis bei Parlamentswahlen ein. 2016 gewann Van der Bellen mit ihrer Unterstützung die Präsidentschaftswahl mehrfach. Die österreichische Partei gilt heute als eine der bei Wahlen erfolgreichsten Grünen-Parteien weltweit. Zuletzt schlitterte die Partei im Streit mit der Jugend-Organisation "Junge Grüne", der in deren Ausschluss mündete, aber in eine Krise.

Glawischnig ist Mutter zweier Söhne und seit 2005 mit dem TV-Moderator Volker Piesczek verheiratet. Als Rücktrittsgrund nannte sie keinen speziellen Grund. Die Entscheidung sei über längere Zeit gereift. Sie sprach aber besonders die Verantwortung, für die Familie gesund zu bleiben, und "körperliche Signale" an. Wenige Wochen davor musste sie wegen eines allergischen Schocks ins Krankenhaus. Ihren Kampf gegen Hass im Netz, der sie oft auch persönlich betroffen hat, will sie auch als Privatperson weiter fortführen.