Politik | Inland
26.01.2018

Ehren-Germane? Strache dementiert

FPÖ-Chef betont, an 100-Jahr-Fest der Germania nicht teilgenommen zu haben. Er war nur kurz davor bei einem anderen Korporierten-Treffen gemeinsam mit dieser Burschenschaft. Der Vizekanzler attackiert nun die Medien.

Vizekanzler Heinz-Christian Strache ( FPÖ) hat empört auf den Spiegel-Bericht reagiert, wonach er im Vorjahr von der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt geehrt worden sei: "Ich war nachweislich weder beim abendlichen 100. Stiftungsfest der Germania, noch habe ich jemals ein Ehrenband der Germania erhalten. Eine glatte Unwahrheit und Lüge", postete er auf Facebook.

Unterdessen ist bekennt geworden, dass Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) 2016 bei der Germania zu Ried (ebenfalls eine Mittelschulverbindung) als Nahost-Expertin einen Vortrag gehalten hat.

Strache in Wiener Neustadt

Strache betonte, nur bei einer Sitzung des Österreichischen Pennäler Rings (dem Dachverband korporierter Schülerverbindungen in Österreich) - eingeladen gewesen zu sein, wo er ein Ehrenband erhalten habe. Das stimmt laut Recherchen der APA prinzipiell.

Allerdings haben die beiden Veranstaltungen der korporierten Organisationen, also jene des Pennäler Rings und jene der Germania, nicht nur am selben Tag in Wiener Neustadt, sondern laut APA tatsächlich bei der Germania stattgefunden.

Die Germania hat ihrerseits auch für beide Veranstaltungen gleichzeitig auf ihrer Webseite geworben.

Diesen eher feinen Unterschied nutzte der Vizekanzler der Republik Österreich dazu, um den Medien eine Kampagne gegen die FPÖ zu unterstellen. Er sprach von "Fake News" um der FPÖ bei der Niederösterreich-Wahl zu schaden.

Die Germania war in den vergangenen Tagen in Verruf gekommen, nachdem ein Nazi-verherrlichendes und Holocaust-bejubelndes Liedbuch der Burschenschaft durch einen Bericht des Falter an die Öffentlichkeit geraten war. Vizevorsitzender der Burschenschaft war der Spitzenkandidat der niederösterreichischen FPÖ, Udo Landbauer.

Dieser erneute Kontakt der FPÖ zu rechtsextremen Umtrieben hatte national und internationale Kritik an der Partei hervorgerufen. In der Endphase des Wahlkampfs versucht die FPÖ nun die Strategie zum Gegenschlag auszuholen.