Die strenge ÖVP-Lady soll sich im TV-Duell mit Vilimsky duellieren.

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Politik Inland
04/19/2019

Edtstadler kontert Mitterlehner: "Das stimmt einfach nicht"

Ex-ÖVP-Chef hatte Präsentation seines neuen Buches zum Anlass genommen, den aktuellen Kurs von Türkis-Blau zu kritisieren.

Zwei Tage ist es nun her, dass Reinhold Mitterlehner sein Buch "Haltung" veröffentlicht hat. Für Diskussionsstoff dürfte es wohl noch eine ganze Weile sorgen, warf er seiner Partei doch eher unsanfte Methoden vor, als es darum ging ihn selbst beiseite und Sebastian Kurz ins Amt des Parteichefs zu hieven. 

Nachdem am Mittwoch gleich mehrere hochrangige - aktuelle wie frühere - ÖVP-Granden zur Verteidigung des Kanzlers ausliefen - und dabei kein gutes Haar an Mitterlehner ließen - äußerte sich nun auch eine ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler

Edtstadler, die als Listenzweite bei der EU-Wahl antritt, glaubt nicht, dass die aktuelle Debatte um den ehemaligen Parteichef den EU-Wahlkampf stört. Sie stößt sich aber vor allem an einer Aussage Mitterlehners. "Wie er darauf kommt, dass Österreich auf dem Weg in eine autoritäre Demokratie ist, verstehe ich überhaupt nicht. Das stimmt einfach nicht", sagte sie im Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten.

Mitterlehner hatte die Präsentation seines Buches auch zum Anlass genommen, den aktuellen Kurs der Bundesregierung scharf zu kritisieren. "Ich finde, dass wir uns insgesamt auf einem ausgesprochen problematischen Weg befinden von einer liberalen Demokratie zu einer autoritären Demokratie", übte er scharfe Kritik an Türkis-Blau. Als Beispiel nannte er etwa die Umbenennung der Erstaufnahmezentren in Ausreisezentren: "Ich hab' geglaubt, das ist Satire."

Wohlwollender sieht Mitterlehners neues Buch, naturgemäß, SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. Der rechnete es Mitterlehner hoch an, "dass er den Vorhang gelüftet" hat - denn: "Was Kurz getan hat, war Meuchelmord hinter dem Vorhang, das war eine der verlogensten Darbietungen der Politik." Den Vergleich mit der Demontage Werner Faymanns in der SPÖ ließ er im Tiroler Tageszeitungs-Interview nicht gelten, da gebe es "einen großen Unterschied".

Noch am Mittwoch attestierten Mitterlehner viele ÖVP-Politiker "verletzte Eitelkeit". "Jeder von uns, der in der Politik war, könnte wohl über seine Vorgänger, Weggefährten oder Nachfolger, über mögliche Brüche und persönlichen Enttäuschungen ein Buch schreiben, sagte etwa Josef Pröll, seines Zeichens ebenfalls Ex-Vizekanzler. "Verletzte Eitelkeit ist allerdings die schlechteste Motivation, um ein Buch zu schreiben." 

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