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Politik Inland
01/10/2020

Doskozil: "Rolle der Bundes-SPÖ stark zu hinterfragen"

Der burgenländische Landeshauptmann findet vor der Landtagswahl keine schmeichelnden Worte für seine Bundes-Genossen.

In der Steiermark eine der größten Landtagswahlschlappen der Zweiten Republik, geheime Tonbandaufnahmen, die den Weg an die Öffentlichkeit finden, patscherte Kündigungen, personelle Grabenkämpfe, klamme Kassen, inhaltliche Orientierungslosigkeit: So Recht mag es der SPÖ nicht gelingen, die stimmige Richtung zu finden.

Nun soll es Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil richten. Am 26. Jänner hat er eine Landtagswahl zu schlagen. Seine Ziele sind ambitioniert: Nach "dieser Misere" und "den Wahlergebnissen der letzten Jahre" werde er "der Sozialdemokratie in Österreich zeigen, wie man Wahlen gewinnt, mit welchen Themen man Wahlen gewinnt, auf welche Themen man setzen muss und mit welcher Art und Weise man die Menschen anspricht", tönte er beim SPÖ-Wahlkampfauftakt Anfang Jänner in Oberwart. "Das ist nur im Burgenland möglich."

"Aber mir ist noch von niemandem, noch von keinem politischen Gegner mitunter hier derartiger Hass oder negative Energie entgegengekommen oder mir direkt entgegengeweht wie teilweise aus der eigenen Partei. Das muss man wissen, dessen muss man sich bewusst sein". Er habe "Dinge erlebt in Niederösterreich, ich habe Dinge erlebt in Tirol, die wünsche ich keinem einzigen Funktionär", sagte Doskozil.

Generell spart Doskozil nicht mit Kritik an der Bundespartei. "Die Rolle der Bundes-SPÖ ist stark zu hinterfragen", sagte er etwa am Freitag zu Heute. "Weshalb ist man thematisch so passiv? Die Österreicher müssen ja das Gefühl haben, dass sich die SPÖ nur mit einem beschäftigt - mit sich selbst."

Die SPÖ habe verlernt zu vermitteln, wofür sie steht. Diese Schwäche sei "schleichend entstanden, weil man ab einem gewissen Zeitpunkt nur mehr darauf geschaut hat, an der Macht zu bleiben, koste es, was es wolle", wird Doskozil im aktuellen News zitiert. "Wir haben so große Strukturprobleme, so ein großes Misstrauen gegeneinander. Was mir für, ich will nicht Hass sagen, also negative Stimmung entgegengebracht wird - mehr als aus jeder anderen Partei. Diese Stimmung gehört einmal beseitigt."