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Politik Inland
03/21/2021

Das Ende der Gastherme – und was dann?

Bis 2040 bleibt Zeit zum Umrüsten. Was kommt danach und was wird es kosten?

von Barbara Mader

In Österreich heizen 900.000 Haushalte mit Gas. In Wien ist der Umstieg auf erneuerbare Energien eine besondere Herausforderung, weil es hier viele Jahrhundertwendehäuser gibt, die meist noch mit Gas beheizt werden. Insgesamt sind in Wien 400.000 Haushalte von Gas abhängig.

Was bedeutet der Umstieg auf erneuerbare Energien nun konkret für die betroffenen Haushalte? Bernd Vogl, Leiter der Magistratsabteilung für Energieplanung der Stadt Wien, sagt, was auf die Verbraucher zukommt.

Vorweg: Vorerst müssen weder Mieter noch Wohnungseigentümer tätig werden. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird ein Konzept für den schrittweisen Umstieg von fossilen Heizsystemen bis 2040 erarbeitet. Ziel ist, langfristig jede Form der Gasheizung bzw. fossile Energieträger (Durchlauferhitzer, Kombithermen) aus Haushalten zu entfernen. Künftig wird, sagt Vogl, die Therme Sache des Hausbesitzers und nicht mehr des Mieters sein. Wohnungseigentümer können jetzt schon aktiv werden, wenn sich die Eigentümer geschlossen für einen Umstieg auf erneuerbare Energien einigen. Energieplaner können hier weiterhelfen, in Wien z. B. „Hauskunft“ .

Auch die Energieversorgungsunternehmen erarbeiten gerade neue Geschäftsmodelle zur klimaverträglichen Energieversorgung. Ein standardisiertes Portfolio an Maßnahmen gibt es noch nicht. Die Technologien für einen Umstieg sind aber bekannt. Bei Wohnungen gibt es aktuell die Strategie, die Wärmeversorgung zu zentralisieren und dadurch die Wohnungen gasfrei zu machen. Einerseits durch mehr Fernwärme. Derzeit werden rund 40 Prozent des Wärmebedarfs in Wien durch Fernwärme abgedeckt, und zwar vor allem in dicht bebauten Bezirken. Jetzt wird in vielen zentralen Bereichen der Stadt nachverdichtet.

Werden Gebäude thermisch saniert, dann verringert sich ihr Energiebedarf und es können mit der gleichen Menge an Fernwärme mehrere Objekte bedient werden. In Gebieten, wo aus heutiger Sicht längerfristig keine Fernwärme verfügbar ist, gibt es Lösungen auf Basis von z. B. Wärmepumpen.

Wer zahlt’s?

Derzeit werden sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene sozial gestaffelte Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet. Beispielsweise gibt es jetzt schon Förderungen für Maßnahmen, die noch nicht gesetzliche Anforderung sind (etwa die „Raus aus Öl-Förderung“ des Bundes oder die Förderung des Heizkesseltausches im Rahmen der thermisch energetischen Wohnhaussanierung der Stadt Wien, aus Mitteln der Wohnbauförderung).

Eine thermische Sanierung ist nicht zwingend Voraussetzung, aber zu empfehlen. Schon Einzelmaßnahmen wie der Tausch der Fenster, Dämmung der Hoffassaden, Dämmung der obersten Geschoßdecke können den Bedarf an Wärme reduzieren. Barbara Mader

umweltfoerderung.at

hauskunft-wien.at

nachhaltigwirtschaften.at

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