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Stocker, Babler und Co auf Sommertour: Endlich bei den Bürgern

Während der Ferien verlassen auch heuer die Parteichefs das Regierungsviertel, um den Kontakt zu den Menschen zu suchen.
43. DONAUINSELFEST:  BABLER

Sommer ist, wenn die Parteichefs durch die Bundesländer touren. Sind doch die wenigen Wochen, in denen sich Regierung und Parlament in Ferien befinden, wie gemacht dafür, das Wiener Parkett zu verlassen, um medienwirksam Bürgernähe zu demonstrieren.

Das haben sich auch die ÖVP-Strategen gedacht, die Bundeskanzler Christian Stocker bis Ende August auf die Tour „Österreich im Gespräch“ schicken. Geplant ist eine Station pro Bundesland, der Auftakt ging am Donnerstag in Tulln (NÖ) über die Bühne.

Für Diskussionen sorgte im Vorfeld das Anmeldesystem. Pro Termin sind 200 Gäste zugelassen, die dem Kanzler Fragen stellen oder ihre Anliegen vorbringen können. Um einen möglichst repräsentativen Querschnitt zu erreichen, nahm Meinungsforscher Peter Hayek eine Vorauswahl unter den Anmeldungen vor. Die FPÖ argwöhnt, mit diesem Modus soll sichergestellt werden, dass nur der ÖVP und Stocker freundlich gesinnte Personen Zugang zu der Veranstaltung haben. Für Kritik sorgt auch die Finanzierung dieser offensichtlichen Parteiveranstaltungen über das Bundeskanzleramt.

„Volksfest“ mit Kickl

Selbst hat die FPÖ ihre sommerliche Übung in Sachen Bürgernähe bereits absolviert. Freilich in etwas größeren Dimensionen als die Kanzlerpartei: Im Juni feierten die Blauen den 70. Jahrestag der Parteigründung mit einem Festakt in der Hofburg. Im Anschluss lud Parteichef Herbert Kickl zu einem „Volksfest“ auf dem Wiener Stephansplatz, wo er – begleitet von der John Otti Band und Schlagerstar Roberto Blanco – gegen die Regierung wetterte.

Mehrere tausend Zuhörer wollten sich das nicht entgehen lassen.

Babler will ordnen

Solche Massen vermag Andreas Babler nicht ganz zu bewegen. „Ordnen statt spalten“, lautet das Motto der diesjährigen roten Sommertour – mit zahlreichen Terminen „vom Bodensee bis zum Neusiedlersee“, wie man bei der Präsentation im Juni betonte. „Ich bin ein Vizekanzler, den man angreifen kann“, strich dabei auch Babler seine Bürgernähe hervor.

Die roten Vertreter der Bundesregierung werden dabei nicht „geschlossen als Block“ auftreten, sondern sich alleine oder zu zweit unter die Leute mischen, etwa wie zuletzt am Wiener Donauinselfest, beim Sommerfest Korneuburg oder beim Poolbarfestival in Feldkirch. Treffen will man Funktionäre, Parteimitglieder oder Sympathisanten auch „im Wirtshaus oder im Vereinsheim“. Im Vordergrund soll nicht das Reden, sondern das Zuhören stehen.

Geburtstag mit Gewessler

Ein rundes Jubiläum feiern dieses Jahr nicht nur die Freiheitlichen, sondern auch deren politische Antipoden: Die Grünen sind vor 40 Jahren erstmals ins Parlament eingezogen. „Auf deinen 40er mit Leonore“, heißt die Aktion, die die Parteichefin durch die Bundesländer führt. Wer wie die Grünen heuer ebenfalls seinen 40. Geburtstag feiert, kann sich bewerben. Per Los wird dann entschieden, bei wem Parteichefin Leonore Gewessler dann zu Hause mit Jause und Getränken vorbeischaut. Im Vordergrund soll auch hier der persönliche Austausch stehen. „Die besten Ideen entstehen oft dort, wo Menschen zusammenkommen und offen miteinander reden“, ist Gewessler überzeugt.

Keine eigene Sommertour hat für dieses Jahr die Bundespartei der Neos geplant. Stattdessen gibt es Aktionen der einzelnen Länder-Organisationen, die dann fallweise von den pinken Parteispitzen aus Wien unterstützt werden. Klubobmann Yannick Shetty ist beispielsweise Ende Juli mit Neos Wien beim Popfest am Karlsplatz und beim Afterwork am Donaukanal und im August mit den Kärntner Pinken am Villacher Kirtag. Auch Parteichefin Beate Meinl-Reisinger wird in den Bundesländern unterwegs sein, heißt es bei den Neos. 

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