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Politik Inland
01/23/2020

Asyl-Debatte: Der neue Generalsekretär im Innenministerium

"Zaun unverzichtbar". Der langjährige Tiroler Landespolizeidirektor Helmut Tomac baute das Grenzmanagement am Brenner auf.

von Christian Willim

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) musste, wie berichtet, am Dienstag kräftig zurückrudern, nachdem er in der Nacht zuvor in der ZiB 2 neue Asylzentren in Grenznähe angekündigt hatte. Dort meinte Nehammer zur Standortfrage noch: „Ich habe den Generalsekretär beauftragt, die Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen. Und das beginnt gerade jetzt.“

Das nach heftigem Gegenwind wohl auf Eis gelegte Projekt wäre die erste heikle Mission für den neuen Generalsekretär im Innenministerium geworden. Diese unter Türkis-Blau eingeführte und höchst umstrittene Position hat seit 7. Jänner ein Mann inne, der über reichlich Grenzerfahrung verfügt.

Als langjähriger Landespolizeidirektor (2012 bis 2019) baute Helmut Tomac 2016, noch von der damaligen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) beauftragt, ein Grenzmanagement am Brenner auf. Der Pass zwischen Italien und Österreich ist einer der Brennpunkte der Migration zwischen dem Süden und dem Norden Europas. „Ein Zaun ist unverzichtbar“, meinte Tomac im Zuge der Debatten um die mögliche Schließung der Grenze, zu der es letztlich nicht kam, nüchtern.

Der 54-Jährige scheut sich nicht vor klaren Worten. Aber weder Dramatisieren noch Beschwichtigen sind seine Sache, wie er rund um die Fluchtbewegungen durch Tirol immer wieder bewiesen hat. Die Präsentation der Lage blieb stets sachlich.

Ohne Uniform

Als Generalsekretär ist der Tiroler nun zum höchsten Beamten im Innenministerium aufgestiegen. Und will es in dieser Funktion nun „besser machen“ als sein Vorgänger unter Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), Peter Goldgruber. Der sorgte vor allem wegen seiner Rolle in der BVT-Affäre für Schlagzeilen.

„Ich strebe es nicht an, in der Funktion als Generalsekretär im Vordergrund zu stehen“, versichert Tomac demgegenüber in einem KURIER-Gespräch vor seinem Wechsel nach Wien.

„Für mich als Generalsekretär wird es keine Uniform geben“, meint Tomac, darauf angesprochen, dass Goldgruber sich für die damals neue Position eigens eine solche anfertigen ließ.

Im BVT-U-Ausschuss hatten FPÖ, SPÖ und Neos „schwarze Netzwerke“ im Innenministerium verortet. Tomac meint dazu nur, dass er weder im Innenministerium noch sonst wo „in meiner Laufbahn je ein parteipolitisches Netzwerk erfahren“ habe.

Der studierte Jurist selbst ist jedenfalls innerhalb der ÖVP bestens vernetzt. Der karriere- und sendungsbewusste Tiroler gilt etwa als enger Vertrauter von Landeshauptmann Günther Platter. In dessen Zeit als Innenminister und danach bei Maria Fekter) war Tomac Referent im Ministerkabinett (2007/08).

Danach wechselte er in seine Heimat, wo er zunächst als Landespolizeikommandant und später als Landespolizeidirektor weiter Karriere machte. Und immer wieder für höhere Weihen gehandelt wurde, sogar als ministrabel galt. Sein Führungsstil wird als durchaus resolut bezeichnet.

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