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Politik Inland
02/26/2020

Aschermittwoch: "Es ist nicht immer leicht, ein Freiheitlicher zu sein"

Die FPÖ beging ihren ersten Aschermittwoch ohne Strache.

von Johanna Hager

Narzissen auf der Bühne, 2.000 Besucher im Saal. Heringsschmaus auf Plastiktellern. Freiheitliche Folklore in Oberösterreich. Der 29. politische Aschermittwoch ist wie immer. Nur ohne Heinz-Christian Strache. Doch von ihm: Kein Wort.

Dafür politische Polemik. Die beherrscht Oberösterreichs FPÖ-Landeschef Manfred Haimbuchner als erster Redner aus dem Effeff. In kurzer Lederhose. Er wettert gegen die „Öko-Taliban“(Grüne), „die hässliche Fratze der selbst ernannten Muster-Demokraten“ (gemeint ist die CDU in Thüringen) und die Sprachpolizei. „Soll die Voest keinen Stahl mehr produzieren, weil die Werke einmal Hermann- Göring-Werke hießen?“ Als Antwort bekommt er Lacher vom Publikum. Er will einen „europäischen Orden“ für Matteo Salvini ob seiner Flüchtlingspolitik; sonst gebe es bald „mehr freie Würger als freie Bürger“. Laut ist die Zustimmung für sein Bekenntnis: „Ich bin ein überzeugter Rechter, weil ich anerkenne, dass die Menschen nicht gleich sind. Dass sie Gott sei dank verschieden sind.“ Wie zum Beweis für das eben Gesagten tritt Norbert Hofer auf die Bühne. Es ist seine erste Rede in Ried als FPÖ-Chef. Und sie ist von ihm selbst geschrieben. Handelt erst von seinem Unfall, der Diagnose „nie wieder allein auf eignen Beinen stehen zu können“ und seiner politischen Karriere.

„Die letzten Monate waren die schlimmsten meines Lebens.“ Es sei nicht immer leicht, ein Freiheitlicher zu sein. Das Publikum hat wenig zu lachen bei Hofer, zollt ihm aber mit Applaus Tribut. Die Gäste anerkennen, dass er die möglichen Ermittlungen der WKStA gegen ihn wegen seiner Asfinag-Aufsichtsratbestellung anspricht. „Die Staatsanwaltschaftsverfolgung tut weh. Ich habe nie etwas von jemandem verlangt. Ich habe das nie getan. Und ich werde das auch nie tun.“ Nachdem sich Hofer an den Grünen und Greta abgearbeitet, die ÖVP als „Schwarze Witwe“ und Ungarns Premier als „Orban ist der Mann, auf den man sich verlassen kann“ bezeichnet hat, schließt er mit einem Appell. „Die Wiener Landtagswahl wird nicht gut ausgehen, es wird schwer für uns. Das wird kein Sprint. Das wird ein Marathon“, so Hofer. „Wir müssen das überstehen, wir müssen weitermachen.“ Zur selben Zeit erklärt sein Vorgänger, dass er weitermacht. Für DAÖ.