Christoph Zielinski: Rektor erteilt Professor Sprechverbot.

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Arbeitszeit
02/05/2015

Sprechverbot für die Primarärzte des AKH

Politik von innen: Uni-Rektor Wolfgang Schütz würgt Proteste ab.

von Daniela Kittner

Es ist ein Schreiben, wie man es selten in die Hände bekommt. Inhalt: Ein Sprech- und Protestverbot für das Primarärztekollegium des Wiener AKH. Die Spitzenärzte dürfen nicht mehr sagen

- dass sie die Qualität der Patientenbetreuung für gefährdet halten

- dass sie die ausgezeichnete heimische Krebsforschung wegen mangelnder Ressourcen "in der Provinzialität versinken" sehen

- dass der Politik "das Verständnis für den Zusammenhang von Spitzenforschung und Patientenversorgung nach internationalen Standards abgeht".

Hintergrund: Das neue Ärztezeitgesetz verbietet, dass Ärzte länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Die Arbeitgeber – Wissenschaftsministerium, Uni Wien, Stadt Wien – wollen jedoch nicht mehr Ärzte einstellen. Deswegen drohte der Onkologe Christoph Zielinski kürzlich mit einem "Massenprotest". Wenn die Politik nicht verstehe, dass Krebspatienten die beste Versorgung benötigen, werde man "marschieren".

Gestern bekam Zielinski ein Schreiben vom Rektor der Universität Wien, Wolfgang Schütz. In dem Schreiben wirft Schütz den Primarärzten "Provokationen" vor, und dass sie "mit unabgestimmten Auftritten" die MedUni Wien "beschädigen". Bis zum Ende der Verhandlungen mit der Politik seien "nicht akkordierte mediale Aktionen kontraproduktiv", daher fordert Schütz die "Universitätsprofessoren in Primariatsfunktion" auf, "von Auftritten Abstand zu nehmen".

Zielinski und die anderen Professsoren sind disziplinarrechtlich weisungsgebunden und dürfen tatsächlich nichts mehr sagen.

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Ein Gerücht macht in Wien die Runde: Freigänger Ernst Strasser würde in der PR-Agentur von Song Contest-Manager Pius Strobl arbeiten. "Stimmt nicht", sagt Strobl. Seine Firma sei derzeit "de facto still gelegt", weil er für den Song Contest einen befristeten Vertrag als angestellter Manager habe. Dennoch zeigt sich Strobl gegenüber seinem alten Freund Strasser loyal: "Ich hätte ihm einen Job gegeben, aber die Frage hat sich nie gestellt. Ernst Strasser arbeitet weder für mich noch für eine Firma, an der ich beteiligt bin."

Für kommenden Mittwoch hat der US-Fonds "Excellere" eine Pressekonferenz in Wien angekündigt, auf der er ein Kaufsangebot für die Bad Bank der Hypo darlegen will. Es dürfte sich leider um kein seriöses Angebot handeln: Es gibt keine Verkaufsgespräche, die zuständigen Stellen in Finanzministerium und der Abbaueinheit kennen das angebliche Angebot nicht. Auch ist der Fonds in Branchenkreisen nicht bekannt.

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