Bundeskanzler Alexander Schallenberg, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein

© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Politik Inland
11/26/2021

Alarmiert, aber nicht panisch: Wie die Regierung mit der Virusmutation umgeht

Noch ist recht wenig über die neue Virusvariante bekannt, trotzdem setzt die Regierung Maßnahmen und mahnt zur Wachsamkeit.

von Elisabeth Hofer

Es war am späteren Donnerstagabend, als man im Bundeskanzleramt ein Schreiben besonders genau studierte: Auf dem Regierungstisch lag ein Bericht der österreichischen Botschaft in Pretoria, in dem von einer kürzlich entdeckten, besorgniserregenden Virusvariante die Rede war. Die Botschaft mahnte die Bundesregierung in Wien zur Vorsicht. Beigefügt waren dem Schreiben die wichtigsten Punkte aus einem Briefing der südafrikanischen Virologen und Gesundheitsbehörden.

Freitagfrüh beriet sich Bundeskanzler Alexander Schallenberg  mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Zuvor hatte der Corona-Krisenstab versucht, die Bedrohungslage durch die neue Variante einzuschätzen. Anhand dieser Ausführungen kam die Politik zum Schluss: Besser vorsichtig sein, als das Nachsehen zu haben. Vorsorglich wurden Einreisen aus dem südlichen Afrika nach Österreich untersagt.

Es sei wichtig, rasch zu reagieren, hielten Kanzler und Gesundheitsminister wenig später in einem offiziellen Statement fest. Seither wird die Lage auf verschiedenen Ebenen analysiert. Das Außenministerium verfolgt die Berichte der Botschaften in den betroffenen Gebieten.

Kein Stopp, aber Bremse

Dass sich im Wege eines Einreiseverbots die Ausbreitung der neuen Virusvariante stoppen lassen wird, glaubt in der Bundesregierung niemand. Ziel ist, die Ausbreitung wenigstens zu bremsen. Anlass zur Panik sah man am Freitag dennoch weder im Kanzleramt noch im Gesundheitsministerium. Man müsse zwar wachsam sein und würde nun auf die Einschätzung von Experten sowie der Weltgesundheitsorganisation und der anderen EU-Staaten warten. Aus Erfahrung wisse man aber, dass nicht alle Mutationen des Virus, die zunächst bedrohlich wirken, sich dann tatsächlich als verheerend herausstellen.

Auf diesen Umstand macht auch Komplexitätsforscher Peter Klimek vom Complexity Science Hub aufmerksam. Allerdings: „Obwohl noch nicht viel von der neuen Variante bekannt ist, deutet es auf nichts Gutes hin." Wie schnell sie sich durchsetzen wird, lasse sich noch nicht sagen, da man nur die Zahlen aus dem betreffenden Gebiet in Afrika kenne, und es auch darauf ankomme, wie schnell sich die Variante global verbreitet. Bis die Delta-Variante sich durchgesetzt hatte, dauerte es wenige Wochen, bei der neuen Variante würden erste Beobachtungen auf wenige Tage bis Wochen hindeuten. Was jetzt wichtig ist: „Sollten sich die ersten Annahmen über die Variante bestätigen, wird die Zeitachse beschleunigt, in der wir den Schutz der Bevölkerung mit dem Impfen auf die Reihe bekommen müssen." Ob und wie gut die Impfung diesen Schutz  biete, sei gegenwärtig eine der relevantesten Fragen. 

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