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Politik
06/25/2012

Ferienstart: 36 Grad und „Alarmstufe Gelb“

Heißer Start in den Sommer: Am Freitag gibt es in Ostösterreich Zeugnisse, dann beginnt die Völkerwanderung.

von Dominik Schreiber

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“, wusste der Dichter und Denker Goethe zu berichten. Tatsächlich beginnen die großen Ferien mit Temperaturen bis zu 36 Grad. Damit gibt es wenig Gründe, sofort aufzubrechen und in den genauso heißen Süden zu fahren.

Dennoch wollen Tausende Österreicher lieber ans Meer als an die Copa Cagrana und werden ab Freitagnachmittag in den heiß ersehnten Sommerurlaub starten.

Die ÖAMTC-Experten haben bereits „Alarmstufe Gelb“ ausgerufen. Noch schlimmer wird es an den darauffolgenden Wochenenden. Dann gilt sogar „Alarmstufe Rot“ auf den heimischen Straßen. Die Staugefahr steigt dann noch einmal stark an.

Kärnten als Staupunkt

"Im Vorjahr hat sich das Staugeschehen vor allem durch den Ausbau des Tauerntunnels von Salzburg nach Kärnten und Tirol verlagert. Die schlechte Nachricht lautet: Die Situation wird sich in diesen beiden Bundesländern durch einige Baustellen noch verschärfen", erklärt ÖAMTC-Fachmann Dieter Campregher die Erwartungen zum Sommerreiseverkehr 2012. "Die gute Nachricht lautet: Wenn man sich zeitgerecht informiert, kann man den längsten Staus auch in diesem Sommer entgehen."

Wer Verkehrsfunk hört, die Internetseiten der Automobilclubs besucht oder unter www.asfinag.at die Verkehrskameras beobachtet, hat ein gutes Bild von der aktuellen Lage auf den Straßen. Als Stauschwerpunkte gelten heuer vor allem der Pfänder Tunnel auf der Rheintalautobahn (A14) in Vorarlberg, die Brennerautobahn (A13) und Fernpassstrecke (B179) in Tirol, der Karawanken Tunnel auf der A11 sowie die Bereiche Knoten Spittal und Knoten Villach auf der Tauernautobahn (A10) in Kärnten. Baustellen erschweren an einigen neuralgischen Punkten die Situation. So werden auf der A13 im BereichNösslach bis Anfang August zwei Baustellen den Verkehrsfluss hemmen.

Pack als Nadelöhr

Als Nadelöhr des Sommers könnte sich aber der Gegenverkehrsbereich auf der Pack erweisen. Hier wird dem Rückreiseverkehr auf der Südautobahn (A2) zwischen Packsattel und Wolfsberg Nord nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

Eine Härteprobe wird auch die weiterhin umstrittene Rettungsgasse sein, die noch immer von manchen – auch Einheimischen – als „Schnellstraße“ verwendet wird. Deren Missachtung wird nun vereinzelt bestraft, dies kann bis zu 2180 Euro kosten. In Wien etwa mussten laut Verkehrspolizei bisher rund drei Dutzend Lenker zahlen. Im Sommer will man verstärkt darauf schauen.

Wer im Sommer mit der Familie auf Reisen geht, sollte auch für die Kinder den seit Mitte Juni vorgeschriebenen Kinderpass mitnehmen. Trotz Befürchtungen im Vorfeld verläuft dies bisher reibungslos. Laut einem Sprecher des Flughafens Schwechat musste noch kein einziger Fluggast deshalb in Wien zurückgelassen werden.

In die großen Ferien starten am Freitag jedenfalls nicht nur die Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Auch in Tschechien und der Slowakei beginnen die Ferien. Dementsprechend wird vor allem im Osten des Landes viel Verkehr sein. Wichtig für die Staugefahr sind aber auch die Ferientermine in Deutschland, vor allem jene in Nordrhein-Westfalen und Bayern, die jeweils mehr Einwohner haben als ganz Österreich. Das Ruhrgebiet startet am 7. Juli und Bayern folgt dann am letzten Juliwochenende. An diesen Tagen sollte man vor allem die Tauernstrecke meiden – so weit das möglich ist.

Darauf muss man im Ausland aufpassen

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Oft leider von Touristenfallen, häufig aber auch von horrenden Strafen für Vergehen, die daheim teilweise noch unter die Kavaliersdelikte fallen. Ein Überblick, worauf man im Urlaub besonders aufpassen sollte.

Italien: Bei Verkehrs­delikten drohen extreme Strafen, bei den Automobilclubs ARBÖ und ÖAMTC stapeln sich im Sommer die Beschwerden der Auto­fahrer, nicht nur wegen der "Umweltzonen" in den meisten Großstädten. Denn diese sind schlecht ausgeschildert, die Strafen summieren sich aber. Wer einen Parkplatz sucht und bei der "Einfahrt" vier Mal vorbeifährt, muss auch genauso oft zahlen.

Selbst Zigaretten aus dem Fenster zu werfen, kann einige hundert Euro kosten. Bei Regen gelten 110 km/h Maximalgeschwindigkeit. 40 km/h zu schnell, schlagen sich mit saftigen 1500 Euro zu Buche und bei Alkohol am Steuer (ab 1,5 Promille) kann das Fahrzeug beschlagnahmt und versteigert werden. Ähnlich strikt geht in Europa sonst nur Großbritannien vor, wo Alkolenker gleich eingesperrt werden.

Frankreich: Ab 1. Juli muss immer ein Alkotest im Wagen mitgeführt werden. Dieser ist bei Tankstellen und Supermärkten (um 2 bis 5 Euro) erhältlich. Wer keinen dabei hat, zahlt 11 Euro Strafe.

Kroatien: Auch heute noch müssen in einigen Ländern Ersatzlampensets mitgeführt werden – und zwar in Kroatien, aber auch in Montenegro, Russland, Serbien und der Slowakei, wobei Xenon- oder LED-Leuchten ausgenommen sind. In Kroatien müssen Autos mit Wohnwagen außerdem zwei Warndreiecke mitführen.

Ungarn: Die Prüfplakette (das "Pickerl") darf bei Autos in Österreich zwar drei Monate abgelaufen sein, vor allem aber in Ungarn wird ab dem Stichtag schon gestraft. Ähnliche Probleme werden auch aus Tschechien und Polen gemeldet, warnt der ÖAMTC.

Baltikum: Wer nach Litauen, Lettland oder Estland reist, muss einen Feuer­löscher im Fahrzeug haben. Gleiches gilt auch für Autofahrer in Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Russland und in der Türkei.

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