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Israelischer Botschafter in der ZIB2: "Wir mussten jetzt zuschlagen"

Israel rechtfertigt die anhaltenden Angriffe auf Ziele im Iran mit der nuklearen und militärischen Bedrohung durch Teheran. In der ZiB2 war dazu David Roet, israelischer Botschafter in Österreich, zu Gast.

Es ist der sechste Tag im neuen Krieg im Nahen Osten. Israel und die USA setzen ihre am Samstag begonnenen Luftangriffe gegen den Iran fort. Das Regime in Teheran reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. 

Der israelische Botschafter in Österreich, David Roet, war dazu am Donnerstagabend in der ZIB2 zu Gast.

Kriegsziele Israels

Die Ziele Israels in diesem Krieg seien klar definiert, sagt der Botschafter. "Wir können keinen nuklearen Iran dulden und der Iran darf auch nicht weiter atomar aufrüsten", so Roet. Ein weiterer Schwerpunkt sei das iranische Raketenprogramm. Die Mullahs verfügen über 2.500 Raketen, die auch atomar bestückt werden könnten. "Der Iran darf nicht in der Lage sein, Israel und seine Nachbarn zu bedrohen."

Unklarheiten über einen angestrebten Regimewechsel in Teheran wies Roet zurück. Israels Ziel sei es, das Atomprogramm und die militärischen Fähigkeiten einzudämmen. "Bezüglich eines Regimewechsels: Das iranische Volk sollte sein eigenes Schicksal bestimmen", sagte Roet und fügte hinzu: "Es gibt keine Feindseligkeiten, die wir gegenüber dem iranischen Volk haben."

Israel habe bewusst jetzt gehandelt. "Der Iran ist jetzt schwach." Man habe gesehen, dass Teheran jedes Monat 1.000 neue Raketen gebaut habe und an unterirdischen Anlagen arbeite, die später nicht mehr erreichbar gewesen wären. "Wir wussten von diesen Plänen, wir kannten sie, daher mussten wir jetzt zuschlagen."

Zivile Opfer

Kritik von Völkerrechtsexperten, wonach es weder ein UNO-Mandat noch eine akute Bedrohung gegeben habe, wies Roet zurück. Er sprach von einer "laufenden Aggression" durch den Iran gegen Israel und nannte etwa den Angriff Teherans auf die israelische Botschaft in Argentinien 1992 als Beispiel. Diese laufende Aggression erlaube es Israel, das zu tun. 

Zu Berichten über zivile Opfer im Iran sagte Roet: "Ich mag den Begriff Kollateralschaden nicht." Israel bemühe sich, keine Zivilisten zu verletzen. Zu einem Angriff auf eine Mädchenschule im Iran erklärte er: "Wir wissen nicht, wer das getan hat." Man nehme entsprechende Vorwürfe aber ernst.

Die iranischen Angriffe auf Nachbarstaaten wertete Roet als Versuch Teherans, Druck aufzubauen. "Es wird sich zeigen, dass der Iran einen Fehler gemacht hat", sagte er. 

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