Covid-Politik: "Vielleicht kann China in neun Monaten wieder öffnen“

Nach den Protesten in mehreren chinesischen Städten griff die Polizei hart durch. In den Straßen ist alles wieder ruhig
Für die Führung waren die jüngsten Proteste ein Schock, sagt der Chef der EU-Handelskammer in Peking. Jetzt stehen Lockerungen bevor.

„Die Optionen in China sind jetzt alle mehr oder weniger hässlich“, sagt Jörg Wuttke. Dutzende Millionen Menschen sind im Corona-Lockdown, ein Fünftel der Wirtschaft ist blockiert, führt der Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking aus.

Die Wut der Bevölkerung ist am Kochen, aber die Null-Covid-Politik radikal zu beenden würde die Infektionszahlen in die Millionen steigen lassen. Dennoch ist jetzt erstmal das Wort „Lockerungen" zu hören.

KURIER: Wie ist die Lage jetzt in Peking, nach den jüngsten Protesten?

Jörg Wuttke: Es ist total ruhig. Aber man merkt, welch ein tiefgehender Schock die Proteste für die Regierung waren. Bis Anfang des Jahres hat die Führung noch vom Nimbus ihres Erfolges mit der Null-Covid-Strategie gelebt. Es war ein Irrglaube anzunehmen, dass die Welt irgendwann einmal Omikron-frei sein und China dann wieder öffnen würde. Aber man kann China nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag geschlossen halten.

Wird es jetzt zu Lockerungen kommen?

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