Wie die Taliban Frauenrechte unter der Scharia auslegen

Wie die Taliban Frauenrechte unter der Scharia auslegen
Während ihrer Herrschaft in den 1990er Jahren wurden die Taliban durch ihren extrem restriktiven Blick auf Frauenrechte bekannt.

Von Eva Sager

Zarifa Ghafari war Afghanistans jüngste Bürgermeisterin, eine von nur wenigen weiblichen Stadtoberhäuptern. Ghafari ist Frauenrechtlerin. Bei ihrem Amtsantritt 2018 versperrte ihr laut NZZ ein Mob von Männern Steine werfend den Weg zum Gebäude. Drei Jahre später ist sie wieder in Gefahr. Die Taliban sind zurück. „Ich sitze hier und warte auf sie. Es gibt keine Hilfe für mich oder meine Familie. Sie werden kommen und Leute wie mich umbringen“, sagte Ghafari der britische Zeitung inews. Aber es kommt anders. Ghafari kann mitsamt ihrer Familie nach Deutschland fliehen und entgeht damit einer extrem restriktiven Auslegung der Scharia.

Schon zwischen 1996 und 2001 herrschten die Taliban in Afghanistan. Unter ihnen galt das islamische Recht, die Scharia. Ihre Bestimmungen speisen sich aus dem Koran und prophetischen Überlieferungen. Die Scharia ist kein kodifiziertes Gesetzeswerk, kein Buch mit Paragraphen. Dementsprechend fehlt eine einheitliche Auslegung. Die Scharia ist von Land zu Land verschieden, von Theologe zu Theologe - je nachdem unterschiedlich liberal.  

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