Politik | Ausland
16.11.2018

Tritt May zurück? Wer folgt ihr nach? Die aktuellen Brexit-Quoten

Wann geht Theresa May, wie hoch sind die Chancen Tony Blairs, sie zu beerben? Die Briten lieben es, auf Politik zu wetten.

Kaum ein Volk gilt als so wettversessen wie die Briten. Sind ihnen die klassischen Sportwetten zu langweilig, setzen sie auf alles Mögliche - etwa, welche Farbe der Hut der Queen bei ihrer nächsten Ansprache haben wird. Auch das Thema Brexit lässt die Wettbüros nicht kalt.

  • Wer 100 Euro darauf setzt, dass Jeremy Corbyn der nächste Premierminister wird, würde bei einem Wahlsieg des Labour-Chefs 500 Euro gewinnen, laut Wettbüro William Hill zumindest.
     
  • Ex-Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson kommt auf Platz zwei. 700 Euro würde gewinnen, wer auf ihn als May-Nachfolger setzt.
     
  • Sollte der gestern zurückgetretene Brexit-Minister Dominic Raab den Sieg davontragen, wären es ebenfalls 700 Euro.
     
  • Wer äußerst optimistisch auf Tony Blair wettet, und gewinnt, würde mit 50.100 Euro nach Hause gehen. 

Niedriger sind die Quoten, wenn man darauf setzt, dass Premierministerin Theresa May noch in diesem Jahr zurücktritt: Aus 100 Euro würden 200, sollte sie bis Silvester das Handtuch werfen. Die Quoten, dass May im Jahr 2019 zurücktritt, stehen bei 1,6. Das ist für die britischen Buchmacher gleich wahrscheinlich, wie zwei oder mehrere Premierminister vor dem 1. April 2019.

Das laut Umfragen von vielen Briten herbeigesehnte zweite Referendum wird laut den Buchmachern eher nicht stattfinden. Wer 100 Euro darauf setzt, dass die Briten noch einmal abstimmen, würde 262,5 Euro gewinnen. Sollte es zu einem zweiten Referendum kommen, stehen die Quoten, dass sich die Briten wieder für einen Brexit entscheiden, bei 1:5. Die Buchmacher geben jenen recht, die an keine zweite Abstimmung glauben und haben die Quote auf 1:1,5 festgelegt.

Die Berechnungen der Buchmacher sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Vor dem Referendum im Juni 2016 waren die Quoten für ein Scheitern des Referendums bei 1:1,4 gestanden – eine Britin hatte 100.000 Pfund darauf gesetzt und alles verloren.