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Politik Ausland
08/29/2021

Wer regiert mit wem nach Merkel? Heute starten TV-Konfrontationen

Deutschland treibt auf eine Dreierkoalition zu. Vorgeschmack heute im Fernsehen: "Triell" statt "Duell".

von Daniela Kittner

In vier Wochen wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Die folgende Regierungsbildung markiert das Ende der Ära Merkel. Das Sensationelle daran: Deutschland treibt auf eine Dreierkoalition zu. Erstmals werden in Deutschland rechnerisch keine zwei Parteien gemeinsam eine Mandatsmehrheit erreichen. Die Volksparteien - Union und SPD - liegen jeweils nur knapp über 20 Prozent, dicht gefolgt von den Grünen.

Einen Vorgeschmack auf die neuen Verhältnisse liefern die TV-Konfrontationen, die heute, am 29. August, auf RTL und ntv (um 20.10 Uhr) beginnen. Sie sind keine "Duelle" ums Kanzleramt, sondern "Trielle". Es treffen aufeinander: Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne).

In 14 Tagen, am 12. September, folgt das Triell bei ARD und ZDF.

Laut Umfragen wollen ein Drittel der Deutschen "mindestens eines" der Trielle ansehen. Am 26. September ist die Wahl.

SPD laut Bild vorne

Die vorerst letzte, publizierte Umfrage bestätigt den überraschenden Trend der letzten Wochen:

Die SPD überholt die Union aus CDU/CSU. Laut dem Meinungsforschungsinstitut INSA für Bild am Sonntag legen die Sozialdemokraten  zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche zu und kommen auf 24 Prozent - das höchste Ergebnis im Sonntagstrend seit September 2017.

Die Union verliert einen Punkt und kommt auf 21 Prozent. Das ist der niedrigste Wert, den INSA jemals für die Union gemessen hat.

Die Grünen bleiben stabil bei 17 Prozent, die FDP stabil bei 13 Prozent.

AfD (elf Prozent) und Linke (sechs Prozent) verlieren jeweils einen Punkt. Die sonstigen Parteien würden in dieser Woche acht Prozent der Stimmen auf sich vereinen können.

Die Koalitionsvarianten

Aus diesem Meinungsbild ergeben sich folgende Koalitionsvarianten: Vier mit einem SPD-Kanzler Olaf Scholz und eine mit einem CDU-Kanzler Armin Laschet. Die SPD hätte im Bundestag Mehrheiten mit einem Ampel-Bündnis aus SPD, Grüne, FDP; einer breiten, sogenannten Deutschland-Koalition aus SPD, CDU/CSU, FDP; einer Kenia-Koalition aus SPD, CDU/CSU, Grüne. Auch eine  rot-rot-grüne Linkskoaltion wäre möglich, ist aber politisch nicht wahrscheinlich.

Die Union könnte mit einem Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grüne, FDP ihre Kanzlerschaft retten.

Regierungserfahrung als Erfolgskriterium

Als einen Grund, warum die SPD überraschend die CDU in den Umfragen überflügelt, nennen große, deutsche Medien die mangelnde Regierungserfahrung von Laschet und Baerbock. Er ist zwar "Landeshauptmann" (= NRW-Ministerpräsident), war aber nie in einer Bundesregierung, und sie war nicht einmal in einer Landesregierung. Olaf Scholz hingegen ist Bundesfinanzminister und Vizekanzler unter Merkel. Die SPD plakatiert mit dem Scholz-Konterfei den Spruch: "Er kann Kanzlerin".

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