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Politik Ausland
12/25/2020

Virusmutation beunruhigt Dänemark

In Dänemark ist die das veränderte Coronavirus vom August bis Dezember in 1624 Fällen nachgewiesen worden.

von Jens Mattern

Nach Weihnachten folgt die Bescherung mittels Pfizer/BioNTech. Am 27. Dezember beginnt in Dänemark das Impfen gegen SARS-CoV-2. Neben der Frohen Botschaft gibt es jedoch auch eine beunruhigende Nachricht über eine im Königreich vermehrt nachgewiesene Mutation des Coronavirus mit dem Kürzel "N439K" und seinen Eigenschaften.

Das "Staatliche Seren Institut“ (SSI) in Kopenhagen hat festgestellt, dass dieses vermindert auf Antikörper anspricht, die sich nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 gebildet haben.

"Es besorgt uns, wie wirksam ein Impfstoff gegen N439K sein würde. Wir wissen es derzeit nicht“, so Tyra Grove Krause die zuständige Epidemiologin des Instituts in einer Presseerklärung. Die Mutation betrifft die Spike-Proteine, mit der das Virus die Zelle befallen kann, an der gleichzeitig die Antikörper ansetzen.

In Dänemark ist das veränderte Coronavirus vom August bis Dezember in 1624 Fällen nachgewiesen worden und tritt vor allem im Raum Kopenhagen und in Südjütland und somit nahe der deutschen Grenze auf. Die Virusvariante ist nicht wirklich neu, sie wurde erstmals im Mai in Rumänien festgestellt und später in weiteren europäischen Ländern, vor allem in Irland, der Tschechischen Republik, der Schweiz und Großbritannien. Über eine mögliche Verbreitung von N439K in Österreich ist der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit nichts zu entnehmen. 

Die Mutation ist nicht mit derjenigen zu verwechseln, welche von den dänischen Nerzfarmen auf den Menschen übertragen wurde und zum millionenfachen Töten der Tiere führte per ungesetzlichen Regierungsentscheid führte. Auch ist die Variante nicht die gleiche wie jene in Großbritannien, welche die aktuellen Schlagzeilen beherrscht.

Die schwedische Regierung hatte am Montag beschlossen, sowohl die Grenzen nach Großbritannien zu schließen, wie auch nach Dänemark. Die Entscheidung sich gegenüber dem skandinavischen Nachbarland abzuriegeln, wurde offiziell mit dem dortigen Lockdown begründet, der seit Ende vergangener Woche auch die dortigen Einkaufzentren betrifft – dänische Weihnachtseinkäufer sollten nicht nach Schweden ausweichen dürfen, um so weitere Infektionen zu riskieren.

Die schwedische Polizei, teils Atemschutzmasken tragend, setzt diese Order jedoch konsequent durch und schickte seit Dienstag Dänen an der Grenze zurück, die via Auto, Zug oder Fähre einreisen wollen. Die schwedischen Krankenhäuser in größeren Städten seien bei einer Belastungsgrenze angelangt. Ob die Grenzschließung auch eine Reaktion auf  „N439K“ ist, bleibt offen.

Die Virusmutation in Dänemark ist jedenfalls Gegenstand der schwedischen Berichterstattung, in Schweden selbst sind nur vier Fälle bekannt.

Bislang ist noch kein Todesfall mit „N439K“ nachgewiesen worden. Vermutlich handelt es sich somit nicht um eine für den Einzelnen gefährlichere Virusvariante. Interessant ist jedoch, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen DR die Meldung über die Mutation übergeht und allein das Privatfernsehen berichtet.

Jens Lundgren, Chefarzt und Professor für Infektionskrankheiten am renommierten „Rigshospitalet“  in Kopenhagen sieht N439K eher entspannt, es sei normal dass das Virus mutiere, dies müsse nicht die Impfwirkung beeinträchtigen. Lundgren kritisierte bereits das SSI, dass es die Mutation aus den Nerzfarmen zu sehr dramatisiert habe. Die Medizinerin Tyra Grove Krause kündigte an, das Institut werde untersuchen, inwieweit sich das Virus bei gefährdeten Gruppen ausgebreitet habe.

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