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Politik | Ausland
05/05/2019

Türkei verschärft nach Tötung von Soldaten Vorgehen gegen PKK

Das Verteidigungsministerium bezeichnete den Einsatz als Reaktion auf PKK-Angriffe vom Samstagabend.

Nach dem Tod von vier Soldaten hat die türkische Armee ihr Vorgehen gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verschärft. Bei einem Einsatz in der südosttürkischen Provinz Hakkari seien fünf Kämpfer der Untergrundorganisation getötet worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag.

Das Verteidigungsministerium bezeichnete den Einsatz als Reaktion auf PKK-Angriffe vom Samstagabend. Demnach waren drei Soldaten in Hakkari durch Beschuss aus dem Nordirak getötet worden. Vonseiten der PKK gab es dazu zunächst keine Erklärung. Ein weiterer türkischer Soldat wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei einem Angriff in Nordsyrien in der Region Tal Rifat getötet.

Drohungen von Erdogan

Die türkische Armee beherrscht einen Teil der Grenzregion Nordsyriens. Sie hatte dort Anfang 2018 mit der Unterstützung syrischer Rebellen die Kurdenmiliz YPG vertrieben und die Region Afrin unter ihre Kontrolle gebracht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in der Vergangenheit wiederholt angedroht, erneut militärisch gegen die YPG in Nordsyrien vorzugehen.

Erdogan betrachtet die YPG als syrischen Ableger der PKK und damit als Terrororganisation. Die PKK steht auch in Europa und den USA auf der Terrorliste. Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) dagegen sind ein Partner der USA im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).