Czech Republic's President Milos Zeman speaks during a news conference at Prague Castle in Prague August 23, 2013. The Czech Republic will hold an election on Oct. 25-26, Zeman officially announced on Friday, confirming a date he gave earlier for a snap poll that is expected to usher in a left-leaning, pro-European cabinet. REUTERS/David W Cerny (CZECH REPUBLIC - Tags: POLITICS ELECTIONS)

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Tschechien
08/26/2013

Zeman und Schwarzenberg im alkoholischen Duell

Präsident Zeman kontert Attacken des Ex-Außenministers mit Anmerkungen über dessen Whiskey-Vorliebe.

von Konrad Kramar

Kaum ist die Entscheidung über vorgezogene Neuwahlen in Tschechien gefallen, geht es im Wahlkampf ordentlich grob zur Sache. Hauptfiguren sind erneut die zwei derzeit prominentesten, aber auch einflussreichsten Figuren der tschechischen Innenpolitik: Staatspräsident Milos Zeman und Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg. Zeman zieht in der sozialdemokratischen Partei erneut die Fäden und bringt seine eigene Partei der Bürgerrechte für die Wahl in Stellung. Schwarzenberg ist mit der Top-09-Partei die stärkste Kraft im konservativen Lager.

Der nützte ein Interview in derPresse am Wochenende, um eine harte Attacke gegen den bekannt trinkfreudigen Präsidenten zu führen. Dieser habe durch seinen übertriebenen Alkoholkonsum über Jahre moralische Hemmungen verloren und denke nur noch an seine persönliche Macht.

Zeman ging sofort im tschechischen Rundfunk in die Gegenoffensive. Er werde, witzelte er zynisch, jetzt das Böse mit dem Guten vergelten und nicht darüber reden, wie er den Außenminister auf Whiskey eingeladen habe. Den trinke dieser ja besonders gerne.

Botschafter in Wien

Außerdem verriet Zeman, dass er Schwarzenberg vor einem Vierteljahr den Posten des Botschafters in Wien angeboten habe. Dieser habe das freundliche Angebot aber abgelehnt. Ansonsten aber wolle er gegen Schwarzenberg nicht das Kriegsbeil ausgraben. Schließlich sei dieser nichts als ein Maskottchen des wahren Top-09-Chefs, Miroslav Kalousek: „Und gegen Maskottchen kämpfe ich nicht.“