Thai-König Rama X. am 20. November bei einer religiösen Zeremonie in Bangkok: Seine
Zweit-Frau Sineenat „Koi“ Wongvajirapakdi huldigt ihm liegend,  Königin Suthida darf sitzen  

 

© via REUTERS/ROYAL HOUSEHOLD BUREAU

Diplomaten-Status
12/03/2021

Thai-König regiert mit 30 Pudeln und großer Entourage von Bayern aus

Rama X. brachte 14 Flugladungen Kunstschätze nach München und regiert jetzt am Starnberger See. Dazu hat er die Verfassung ändern lassen.

von Susanne Bobek

Gegen den thailändischen König Rama X. wird seit einem Jahr demonstriert. Der 69-jährige Sohn des beliebten und verehrten Königs Bhumibol Adulyadej, der im Oktober 2016 88-jährig verstarb, ist das Gegenteil seines Vaters. Rama X. ist ein autoritärer Lebemann und ein Feind der Demokratie. Derzeit residiert er wieder in Bayern mit deutscher Duldung, wie Kritiker anmerken.

In teils brutal niedergeknüppelten Kundgebungen fordern die Demonstranten in Thailand unter anderem mehr Transparenz bei den Finanzen der Königsfamilie. Denn die Chakri-Dynastie gilt als das reichste Königshaus der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Euro.

Im Jahr 2017 hat Rama X. mithilfe der Militärs einen Staatsstreich vollführt und das Kronvermögen in seinen persönlichen Besitz gebracht. Dazu reaktivierte er uralte Gesetze, die ihm absolutistische Macht verleihen.

Die Konkubine

Ein netter Nebeneffekt: Der dreimal geschiedene Maha Vajiralongkorn, wie er vor seiner Thronbesteigung hieß, konnte seiner derzeitigen Gemahlin Suthida eine offizielle Konkubine und königliche Zweit-Frau Sineenat „Koi“ Wongvajirapakdi an die Seite stellen.

Jetzt ist die Aufregung wieder groß, denn Rama X. regiert derzeit wieder einmal von Bayern aus. Dazu ließ er die thailändische Verfassung ändern. Rama X. muss während seiner oft monatelangen Aufenthalte in seiner Villa in Tutzing am Starnberger See und in einem Hotel in Garmisch-Patenkirchen keinen Stellvertreter mehr ernennen. Gerüchte, dass der König eine Thronenthebung befürchten müsste, haben bisher keine Substanz. Das Militär steht fest hinter Rama X.

Bild und Focus berichten, dass der König seine 30 Lieblingspudel in einem Privatflieger nach Bayern bringen ließ. Auch seine „Frauenarmee“, vulgo Harem, und die gesamte Entourage benötigten mehrere Flieger. Zusätzlich landeten offenbar 14 Transportflugzeuge mit wertvollen Kunstschätzen in München. Rama X. genießt Diplomatenstatus und muss nichts verzollen. Außerdem lässt ihn das Land Bayern schon seit Jahren, zum Ärger vieler Steuerzahler, in Ruhe. Dabei müsste er für die geerbte Villa Stolberg in Tutzing Erbschaftssteuer und eine Zweitwohnungssteuer zahlen.

Auf Nachfrage von Focus Online, ob die ausstehenden Steuern noch eingetrieben werden, berief sich das Rathaus auf den Datenschutz. Und auch das Bayerische Landesamt für Steuern hüllt sich in Schweigen und beruft sich aufs Steuergeheimnis.

Staatsgeschäfte

Recherchen von Oppositionellen in Thailand haben ergeben, dass der König seinen Regierungsgeschäften von Deutschland aus nachgeht. So habe er unter anderem zwei Militäroffiziere degradiert und einen neuen Gouverneur der thailändischen Nationalbank ernannt.

Doch das Außenministerium in Berlin wiegelt ab. Zwar habe man der thailändischen Regierung mitgeteilt, dass die Bundesregierung davon ausgehe, dass Vertreter der thailändischen Regierung keine Entscheidungen auf deutschem Boden treffen, „die der deutschen Rechtsordnung, dem Völkerrecht (...) widersprechen.“ Focus Online zitiert: „Der Bundesregierung liegen keine belastbaren Hinweise vor, dass der thailändische König während seiner Aufenthalte in Deutschland Entscheidungen getroffen hat, die unseren formulierten Erwartungen widersprechen.“

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