Ted Cruz am Mittwoch bei seiner Ankunft in Cancún

© REUTERS/STRINGER

Politik Ausland
02/19/2021

Texas ohne Wasser und Strom, doch der Senator flog nach Cancún

Der Republikaner Ted Cruz will Präsident werden. Seine Reise in die Sonne wurde wie Fahnenflucht gewertet.

Texas erlebt gerade den schlimmsten Winter seiner Geschichte. Millionen Menschen frieren in ihren Häusern, weil die Elektroheizungen nicht mehr funktionieren. Das Stromnetz stand kurzfristig vor dem totalen Zusammenbruch, zeitweise waren 4,4 Millionen Menschen ohne Strom,  manche erfroren. Und auch die Wasserversorgung brach zusammen, die Nationalgarde ist im Einsatz, der Notstand ausgerufen.

Er wollte ein guter Vater sein

Und genau in dieser Zeit unternahm der wortgewaltige Trump-Freund, Senator Ted Cruz, eine kleine Reise an die mexikanische Karibikküste, ins  sonnige Cancún. Cruz sagte, er wollte „ein guter Vater sein“ und war nur  seinen zwei Töchtern  zuliebe nach Mexiko geflogen.


In der Nacht auf Freitag kehrte der mächtige Senator nach Texas zurück und gab sich ungewohnt kleinlaut: „Es war offensichtlich ein Fehler, und im Nachhinein hätte ich es nicht getan“, sagte der 50-jährige Republikaner.  „Ich kann verstehen, warum die Menschen verärgert sind“, ergänzte er vor Reportern.  Und dann fügte er hinzu: Seine Familie selbst habe zwei Tage lang keinen Strom und keine Heizung gehabt.

Sonderbehandlung am Flughafen

Cruz war am Mittwoch nach Cancún abgereist und wollte eigentlich übers Wochenende bleiben. Doch  als seine Reise bekannt wurde, wuchs der Druck auf ihn in den sozialen Medien fast stündlich.  Dann wurde  bekannt, dass die Mitarbeiter des erzkonservativen Senators auf rüde Art für ihn  eine Sonderbehandlung am Flughafen gefordert hätten.


Cruz sagte, dass er in Mexiko hätte arbeiten wollen und sich per Telefon und Videoschaltungen um die Winterkrise in Texas gekümmert hätte.

Entschuldigungen bei der Rückkehr


Dann sei ihm aber klar geworden: „Ich musste hier (in Texas) sein und deshalb bin ich zurückgekommen.“
Ted Cruz werden Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2024 nachgesagt, jetzt muss er darauf hoffen, dass seine Wähler schnell vergessen, dass er sie in ihrer größten Not alleine gelassen hat.

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