Afghan security forces inspect the site of an attack in Jalalabad December 2, 2012. Suicide attackers detonated bombs and fired rockets outside a major U.S. base in Afghanistan on Sunday, killing five people in a brazen operation that highlighted the country's security challenges ahead of the 2014 NATO combat troop pullout. REUTERS/ Parwiz (AFGHANISTAN - Tags: CIVIL UNREST)

© Reuters/PARWIZ

Afghanistan
12/02/2012

Taliban greifen US-Stützpunkt an

Nach unterschiedlichen Angaben kamen bei dem Angriff bis zu 14 Menschen ums Leben.

Bei einem breit angelegten Taliban-Angriff auf einen Stützpunkt der ISAF-Truppen im Osten Afghanistans sind mindestens fünf Afghanen getötet und mehrere ausländische Soldaten verletzt worden. Die Angreifer seien zurückgedrängt worden, bevor sie auf den Stützpunkt in Jalalabad vordringen konnten, sagte ein ISAF-Sprecher.

Die Aufständischen hatten Selbstmordanschläge mit Autobomben verübt und danach Granaten und Mörsergeschoße abgefeuert. Laut einem Polizeisprecher griffen neun Aufständische die US-Basis in der Nähe des Flughafens mit Sprengstoff, Handfeuerwaffen und Panzerfäusten an. Alle Angreifer seien getötet worden. 14 afghanische sowie weitere internationale Soldaten wurden demnach verletzt.

Schutzring nicht durchbrochen

Die Angreifer, darunter mehrere Selbstmordattentäter, hätten den Schutzring um den Stützpunkt nicht durchbrechen können, sagte ISAF-Sprecher Martyn Crighton. Die Taliban hingegen erklärten, einer ihrer Kämpfer habe ein mit Sprengstoff gefülltes Auto am Eingang zur Explosion gebracht. Damit sei der Weg für die anderen Kämpfer frei gewesen, die sich dann stundenlang Feuergefechte mit den Soldaten geliefert hätten. Anrainer berichteten dem britischen Sender BBC, Kampfhubschrauber hätten die Angreifer beschossen. Die Attacke habe etwa 20 Minuten gedauert.

"Der Einsatz ist vorbei. Es gibt derzeit keine Berichte über Tote unter den ISAF-Mitgliedern", sagte Crighton. Allerdings seien mehrere Soldaten der internationalen Truppe verwundet worden. Eine Zahl nannte er nicht. Der zivile Flugplatz der Provinzhauptstadt, der direkt neben dem Stützpunkt liegt, war nicht betroffen.

Der Flughafen-Komplex im nahe der Grenze zu Pakistan gelegenen Jalalabad hat mehrere Sicherheitszonen. Die ISAF-Basis, einer der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte der internationalen Truppen in Afghanistan, ist weit vom Haupteingang zum Flughafen entfernt. Durch diesen waren die Aufständischen nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der afghanischen Sicherheitsbehörden eingedrungen. Vor der zweiten Sicherheitsschleuse seien die Eindringlinge getötet worden.

Zweiter Angriff in diesem Jahr

Die Taliban erklärten auf ihrer Website, zunächst habe ein Selbstmordattentäter mit seiner Autobombe "dem Feind schwere Verluste" zugefügt und alle Sicherheitsbarrieren zerstört. Danach seien weitere Kämpfer auf den Stützpunkt vorgedrungen. Taliban-Sprecher Abdulqahar Balkhi sprach in einer Twitter-Mitteilung von mindestens zwei Autobomben, die von Selbstmordattentätern gezündet worden seien.

Der Flughafen von Jalalabad war in diesem Jahr trotz eines massiven Sicherheitsaufgebots bereits zwei Mal angegriffen worden. Bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe starben am 27. Februar auf dem ISAF-Stützpunkt sechs Zivilisten, ein afghanischer Soldat und zwei afghanische Wachleute, die NATO-Soldaten blieben unverletzt. Am 15. April wurde der Flughafen bei der Frühjahrsoffensive der Taliban attackiert.

Die Taliban kämpfen seit elf Jahren gegen die afghanische Regierung und die internationalen Truppen im Land. Im September hatten die USA ihre zusätzlichen 33.000 Soldaten abgezogen, mit denen sie drei Jahre zuvor ihre Offensive in Afghanistan verstärkt hatten. Die Mehrheit der derzeit noch rund 100.000 ausländischen Soldaten in Afghanistan soll bis Ende 2014 abgezogen werden.

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