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Politik Ausland
04/09/2021

So trauert die Welt um Prinz Philip

Flaggen auf Halbmast, Beileidsbezeugungen in Sozialen Medien - überall verabschiedet man den Gatten der Queen.

Vor dem Buckingham Palast legten die Menschen Blumen nieder, im ganzen Land hängen die Flaggen auf Halbmast. Der Tod von Prinz Philip lässt in Großbritannien niemanden kalt - und in weiten Teilen der Welt ebenfalls nicht.

Prinz Philip habe sich die Zuneigung von Generationen im Vereinigten Königreich, quer durch das Commonwealth und rund um die Welt erarbeitet. Aus seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg habe er einen „Geist des Dienens“ entwickelt, den er auch nach dem Krieg durch alle Veränderungen hindurch bewahrt habe, sagte der britische Premierminister Boris Johnson. Auch dank ihm sei das Königshaus „eine Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt“, sagte er in einer Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street. Philip sei seiner Zeit weit voraus gewesen, beispielsweise in seinem Engagement für die Umwelt, so der konservative Politiker weiter.

Vor allem hob Johnson die Rolle des Herzogs von Edinburgh als Wegbegleiter der 94 Jahre alten Queen hervor. Er sei „nicht nur als Gemahl an ihrer Seite an jedem Tag ihrer Regentschaft, sondern als Ehemann mehr als 70 Jahre lang ihre Stärke und Stütze“ gewesen, so Johnson.

Der australische Premierminister Scott Morrison hat der britischen Königin Elizabeth II. und dem gesamten Königshaus sein Beileid zum Tod von Prinz Philip ausgedrückt. „Fast 80 Jahre lang hat Prinz Philip der Krone, seinem Land und dem Commonwealth gedient“, hieß es am Freitag in einer längeren Mitteilung. Der Verstorbene habe eine Generation verkörpert, „die es so nicht mehr geben wird“.

Die Flaggen im Land würden auf halbmast gesetzt, so Morrison. Wie Australien Philips gedenken wird, soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat sich betrübt über den Tod von Prinz Philip gezeigt. „Ich bin traurig, von dem Tod seiner königlichen Hoheit Prinz Philip zu hören“, schrieb die CDU-Politikerin am Freitag auf Twitter. „An diesem sehr traurigen Tag“ wolle sie der britischen Königin, der königlichen Familie und dem britischen Volk ihr aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrte Prinz Philip als Versöhner zwischen Großbritannien und Deutschland. „Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung unserer Nationen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geleistet hat“, teilte er am Freitag mit. „Seine Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein bleiben unvergessen“, teilte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Merkel über eine Sprecherin mit.

 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen bekannte in einem Kondolenzschreiben an die Queen, dass ihn die Todesnachricht „mit großer Trauer“ erfülle. Van der Bellen hob dabei das Umweltengagement von Prinz Philip hervor. Er sei „zutiefst beeindruckt“ von Philips Tätigkeit in über 780 Organisationen, darunter als Präsident des World Wild Fund for Nature (WWF) zwischen 1981 und 1996. „Durch seinen leidenschaftlichen Einsatz und seine unermüdlichen Bemühungen für den Natur- und Umweltschutz hat er auch in Österreich ein Erbe hinterlassen, indem er die Schaffung der Österreichischen Nationalparks unterstützte“, so Van der Bellen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach ebenfalls sein Beileid aus. Prinz Philip war ein häufiger Gast in Österreich. 1984 etwa machte der "Umwelt-Prinz" als Präsident des World Wide Fund For Nature (WWF) gegen das Donaukraftwerk Hainburg mobil, das von der SPÖ-FPÖ-Regierung unter Bundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ) damals noch forciert wurde. Als WWF-Präsident unterstützte der Herzog von Edinburgh auch die Errichtung der beiden Nationalparks Donau-Auen und Neusiedlersee bei mehrmaligen Besuchen.

Das schwedische Königshaus hat mit großer Trauer auf den Tod von Prinz Philip reagiert. „Prinz Philip ist über viele Jahre ein guter Freund unserer Familie gewesen, eine Freundschaft, die wir sehr geschätzt haben“, erklärte Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74) am Freitag in einer Stellungnahme. Philips Einsatz für sein Land sei ein Vorbild für alle. „Wir sprechen Ihrer Majestät der Königin, der königlichen Familie und der Bevölkerung Großbritanniens unser Beileid aus.“

Auch das norwegische Königshaus hat der britischen Königin Elizabeth II. und ihren Angehörigen sein Beileid zum Tod von Prinz Philip ausgedrückt. Die Familie von König Harald (84) habe die Botschaft mit großer Trauer erhalten, dass der Ehemann der Queen im Alter von 99 Jahren gestorben sei. Man sei in Gedanken bei der Königin und ihrer Familie, erklärte Harald. „Unser Beileid gilt auch dem britischen Volk.“

Der kirgisische Botschafter in London, Edil Baisalov, zeigte sich ebenso in tiefer Trauer. Über den kirgisischen Nationalsport Buzkaschi hätte Prinz Philip mit Sicherheit einige politisch nicht ganz korrekte Worte gefunden. Das Spiel wird von 20 und mehr Spielern gespielt, wobei bereits Spiele mit mehr als 1000 Teilnehmern stattgefunden haben. Zu Beginn des Spiels wird eine tote Ziege, manchmal auch ein totes Kalb, auf dem Spielfeld, das normalerweise einfach ein großes Stück freier Steppe ist, abgelegt, die im Galopp aufzunehmen und vor dem Preisrichter abzulegen ist. Gespielt wird jeder gegen jeden.

Indiens Premierminister Narendra Modi hat dem britischen Volk und der Königsfamilie ebenso kondoliert. Modi schrieb am Freitag bei Twitter, er wünsche, dass die Seele des Ehemanns der Queen und Herzogs von Edinburgh in Frieden ruhe. Zudem würdigte er Philips herausragende Karriere im Militär.

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