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Politik Ausland
05/12/2021

Video: So funktioniert Israels Raketenabwehr "Iron Dome"

Der Schutzschild konnte laut Armee 90 Prozent der Hamas-Raketen abfangen, die seit Montag auf das Land hagelten.

von Irene Thierjung

Mehr als 1.050 Raketen haben radikale Palästinenser seit Montagabend vom Gazastreifen aus auf Israel gefeuert, unter anderem auf die Großstädte Jerusalem und Tel Aviv. Fünf Menschen wurden nach Armeeangaben bisher bei den Angriffen getötet, rund 200 verletzt. Israel regierte mit massiven Luftangriffen auf den Gazastreifen, Dutzende Menschen wurden dort getötet.

Dass es auf israelischer Seite nicht deutlich mehr Opfer gibt, liegt an Israels Raketenabwehrsystem "Iron Dome" (Eisenkuppel). Dieses fängt nach Armeeangaben rund 90 Prozent der Raketen ab, die auf das Land gefeuert werden.

Schutz für Städte

Auch während der aktuellen Angriffe ist der Schutzschild aktiv, wie zahlreiche Videos in sozialen Medien zeigen (die hellen, explodierenden Punkte sind die Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen, die von  israelischen getroffen werden).

Das "Iron Dome"-System wurde Ende der 2000er-Jahre mit finanzieller Unterstützung der USA vom staatlichen israelischen Rüstungskonzern Rafael entwickelt.

Grund war die Zunahme von Raketenangriffen der palästinensischen Hamas im Gazastreifen und anderer islamistischer Gruppierungen an Israels Grenzen, etwa der Hisbollah im Südlibanon. Auch der Iran gilt als Bedrohung.

Seit 2010 im Einsatz, soll "Iron Dome" vorrangig Raketen mit einer Reichweite von fünf bis 70 Kilometern bekämpfen und grenznahe bzw. große Städte schützen. Nach Angaben des Herstellers können auch Artilleriegranaten abgewehrt werden.

Das System verfügt über mobile Starteinheiten mit drei bis vier Abschussvorrichtungen, die mit jeweils 20 Abfangraketen vom Typ Tamir ausgestattet sind. Diese haben eine Reichweite von 17 Kilometern. Die Einheiten sind bei jedem Wetter einsatzbereit und werden immer wieder verlegt, um es Angreifern schwerer zu machen, sie zu umgehen.

Radarsuchköpfe

Mittels Radar werden die ankommenden Raketen erfasst, dann wird ihre Flugbahn berechnet. Der erwartete Einschlagsort wird an ein Kontrollzentrum übermittelt. Fällt dieser in eine schützenswerte, also bewohnte, Zone, werden manuell zwei je 90 Kilogramm schwere Raketen pro Ziel gestartet, die selbst über Radarsuchköpfe verfügen. Die gegnerische Rakete wird in der Luft zerstört.

50.000 Dollar pro Abschuss

Dass nicht jede Rakete, die Israel ansteuert, abgefangen wird, liegt an den hohen Kosten - laut Medienberichten schlägt jeder Abschuss mit rund 50.000 Dollar zu Buche. Im Vergleich zum ebenfalls in Israel stationierten "Patriot"-Raketenabwehrsystem ist "Kipat Barzel", wie die "Eisenkuppel" auf Hebräisch heißt, aber noch günstig.

Die erste Starteinheit des "Iron Dome" wurde bei Beersheba in der Negev-Wüste installiert. Mittlerweile gibt es neun weitere Einheiten, etwa in der Nähe der Küstenstädte Ashkelon und Ashdod oder südlich von Tel Aviv. Zur Abdeckung des gesamten israelischen Territoriums wären 13 Batterien erforderlich, heißt es.

Bei langanhaltendem, massiven Beschuss gerät das System jedoch an Grenzen. Da jede Starteinheit eben mit nur 20 Raketen ausgerüstet ist, können bei gleichzeitigen Angriffe mit vielen Raketen auf unterschiedliche Ziele etliche die "Eisenkuppel" durchdringen - was derzeit auch passiert.

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