Politik | Ausland 08.05.2018

Scharfe Drohungen Israels gegen den Iran und Syrien

© Bild: REUTERS/BAZ RATNER

Frontverlauf im Norden - auf Raketenangriffe und Vergeltung vorbereitet, Truppen wurden verlegt

Israels Regierung macht, wie Trump, in der drohenden iranischen Atombombe die größte Gefahr aus. Israels Militär hingegen fürchtet noch mehr die konventionelle Gefahr: „Für uns wird die Grenze zum Libanon und auf den Golan-Höhen zu Syrien zu einem einzigen Frontverlauf“, erklärte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Wochenende. Auf der anderen Seite: schiitische Milizen und iranische Revolutionsgarden. 14 Gardisten wurden vergangene Woche bei der israelischen Bombardierung der Luftwaffenbasis T4 in Syrien getötet.

Der Wahlsieg der Hisbollah im Libanon und die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem machen die Lage nicht weniger brisant.

Zwischen Frieden und Krieg liegen in Nahost viele Zwischenstufen. So erhöhte Israel zwar nicht die Alarmstufe an der Nordgrenze. Doch verlegte die Armee starke Kräfte dorthin. Premier Benjamin Netanjahu reiste zum Blitz-Besuch nach Moskau, würde eine Verschärfung der Gewalt doch auch die russischen Soldaten in Syrien gefährden.

Der Iran wiederum machte seine Vergeltungsdrohung bisher nicht wahr. Was Israel auch nicht erwartet: Vielmehr bereitet es sich auf massive Raketenangriffe lokaler, irakischer und palästinensischer Milizen vor, die sich in Syrien neu gebildet haben – Irans neue Verbündete.

Israel lässt aber keine Zweifel: Die Verantwortung dafür werden die beteiligten Staaten nicht auf die Milizen abwälzen können. Sie liegt bei den Regierungen Irans, Syriens und Libanons. Energie-Minister Yuval Steinitz: „Lässt Assad von Syrien aus iranische Kräfte gegen Israel agieren, wird dies sein Ende sein.“

( kurier.at ) Erstellt am 08.05.2018