Saudis sollen Test für 9/11 lanciert haben

US-9/11-ANNIVERSARY
Foto: APA/AFP/KENA BETANCUR Landesweit fanden Gedenkveranstaltungen statt.

Gedenkfeiern 16 Jahre nach den Anschlägen. Saudische Agenten haben laut einem Bericht des FBI bereits 1999 die Sicherheit in US-Flugzeugen getestet.

Den Piloten reicht es. Bereits zwei Mal haben saudische Passagiere in aggressivier Manier versucht, die Türe zu ihrem Cockpit zu öffnen – sie bekommen es mit der Angst zu tun und leiten die Notlandung ein. Es ist der 19. November 1999, das Flugzeug landet im US-Bundesstaat Ohio, die beiden Passagiere Mohammed al-Qudhaeein und Hamdan al-Shalawi werden festgenommen. Sie geben vor, Studenten aus Saudi-Arabien zu sein, die saudische Botschaft habe ihren Flug finanziert.

Das FBI verfolgt die Angelegenheit nicht weiter – zwei Jahre später liegen die Türme des World Trade Centers in New York in Trümmern. Erst 2002 geraten die beiden Saudis wieder ins Visier der Behörden – ein Verdächtiger in einem Terrorfall fuhr das Auto Shalawis. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Männer im Verdacht, Agenten Saudi-Arabiens zu sein und 1999 die Sicherheitsvorkehrungen in US-Flugzeugen getestet zu haben.

Diese Erkenntnisse liefert ein Bericht des FBI, der als Grundlage für eine Massenklage gegen Saudi-Arabien dient. Vergangenen März reichten 1500 Menschen, die beim Anschlag vor 16 Jahren verletzt wurden, und 850 Angehörige von Opfern Klage ein. Der Vorwurf lautet, das Land habe "der El Kaida-Terrororganisation materielle Unterstützung und Ressourcen zukommen lassen und die 9/11-Anschläge ermöglicht".

"Wir haben nun weitere Belege dafür, dass es lange und enge Beziehungen zwischen El Kaida und den religiösen Teilen der saudischen Regierung gibt", sagte Anwalt Sean Carter, der die Massenklage führt, zur New York Post. Seit September vergangenen Jahres haben die Überlebenden und Angehörigen der Opfer von 9/11 die Möglichkeit, fremde Regierungen in den USA zu verklagen – sofern sie in Verdacht stehen, Terrorismus finanziert zu haben. Saudi-Arabien versuchte dagegen vorzugehen, scheiterte jedoch.

Trump hielt Rede vor Pentagon

Laut Carter befinden sich noch viele Dokumente unter Verschluss, die die Verbindungen Saudi-Arabiens zu 9/11 belegen sollen, er habe alle ausgewertet, die er bekommen habe.

Trump attends a 9/11 remembrance ceremony at the P Foto: REUTERS/KEVIN LAMARQUE Zu den angeblichen Verbindungen der Saudis sagte US-Präsident Donald Trump nichts, als er am Montag eine Rede vor dem Pentagon hielt. "In dieser dunklen Stunde rückten wir alle in neuem Geist zusammen. Nie haben unsere Unterschiede so klein ausgesehen, haben sich unsere gemeinsamen Bande so stark angefühlt", sagte er.

Auch in New York fand eine große Gedenkveranstaltung statt: Vor dem "9/11-Memorial-Museum" wurden die Namen aller Opfer verlesen, stadtweit hielten die Bürger eine Trauerminute ab.

(kurier) Erstellt am
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