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Politik Ausland
09/02/2020

Sarrazin warnt wieder vor Einwanderung: Grenze als Schutz der Identität

Thilo Sarrazins neues Buch holt groß aus – und endet bei seinen bekannten Thesen über die Schädlichkeit der Einwanderung aus fremden Kulturen.

von Konrad Kramar

Auch die Corona-Pandemie hat ihren fixen Platz im Weltbild von Thilo Sarrazin. Die Welt, das habe die Pandemie gezeigt, brauche keine offenen Grenzen, um zu funktionieren. Der Austausch von Wissen und Waren funktioniere auch, wenn die Grenzen der Staaten für Menschen weitgehend geschlossen seien.

Gegner liberaler Zuwanderungspolitik

Thilo Sarrazin, seit Jahren einer der bekanntesten und wohl auch pointiertesten Gegner liberaler Zuwanderungspolitik und offener Grenzen, holt in seinem neuen Buch „Der Staat an seinen Grenzen“ (Langen Müller Verlag, 480 S., 26,80 €) weit aus, um schließlich doch mit dem aufzuwarten, wofür ihn seine Anhänger lieben und seine Gegner mindestens ebenso leidenschaftlich hassen: Europas Nationalstaaten brauchen eine rigorose Grenzsicherung, strikten Umgang mit Asyl und eine vollständige und zügige Rückführung abgelehnter Asylwerber.

Bis in die Steinzeit

Sarrazin, inzwischen nach einem quälend langen Verfahren endgültig aus der deutschen SPD verbannt, breitet sein angestammtes Thema, die Migration, diesmal ganz besonders weit aus. Ausgehend von den ersten großen Wanderungsbewegung der Ackerbauern der Jungsteinzeit folgt der Autor der Migration quer durch Jahrhunderte und Kulturen. Seine Schlussfolgerung aber ist klar und simpel: „Einwanderung nützt den Einwanderern“. Die indigene Bevölkerung sei immer der Verlierer von Einwanderungsbewegungen gewesen.

Kultur geht unter

Und was es für Europa heute zu verlieren gebe, ist auch in diesem Buch für Sarrazin unverrückbar, die europäische, noch genauer die deutsche Kultur: „Sofern die Deutschen nicht in der Lage sind, ihre Kultur und all das, was man deutsch nennt, an künftige Generationen weiterzugeben, wird auch die deutsch geprägte Kultur untergehen.“

Sarrazin aber rechnet nicht nur kulturell mit der, wie er sie nennt „unkontrollierten, kulturell fremden Einwanderung“ ab, sondern auch ökonomisch. Die mangelnde Integrationsfähigkeit der Zuwanderer mache diese auf Dauer zu einer wirtschaftlichen Belastung-

Wie einst die Römer den Limes gegen die Barbaren errichteten, müsse Europa seine Grenzen strikt kontrollieren: „Die Grenze ist das zentrale Element zur Steuerung von Einwanderung.“

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