Politik | Ausland
15.01.2013

Clooney und Ronaldo als Zeugen?

Hollywood- und Fußballstar sollen von Berlusconis Verteidigern befragt werden. Ruby selbst wollten sie nicht hören.

Die Verteidiger des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi haben beim Gericht in Mailand beantragt, Fußballstar Cristiano Ronaldo und US-Schauspieler George Clooney als Zeugen bei dem sogenannten Ruby-Prozess vorzuladen. Die Richter werden am 21. Jänner über den Antrag der Verteidiger entscheiden. Am Montag hatten die Verteidiger Berlusconis darauf verzichtet, die junge Marokkanerin Karima el Marough alias Ruby Rubacuori ("Herzensbrecherin"), mit der Berlusconi laut Anklage im Rahmen von Prostitution Sex hatte als diese noch minderjährig war, als Zeugin zu befragen.

Ruby hatte behauptet, sie habe mit Ronaldo eine heiße Nacht verbracht. Er habe ihr Geld geboten, das sie jedoch abgelehnt habe. Ronaldo bestritt jedoch, jemals Ruby kennengelernt zu haben. Mit Ronaldos Befragung wollen die Verteidiger Berlusconis die Glaubwürdigkeit der jungen Marokkanerin infrage stellen. Ruby hatte auch behauptet, Clooney und dessen Ex-Freundin Elisabetta Canalis bei einer Party des Medienzaren gesehen zu haben.

Der Prozess gegen Berlusconi läuft seit April 2011. Der Ex-Regierungschef erschien vergangene Woche vor Gericht und bestritt eine sexuelle Beziehung zu Ruby. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mailänder TV-König eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren wegen Ausbeutung und Förderung der Prostitution Minderjähriger. Berlusconi war am vergangenen Freitag wegen Steuerbetrugs in erster Instanz bereits zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden.