Politik | Ausland
07.06.2017

Revolutionsgarden: USA in Teheran-Anschläge "verwickelt"

Die iranischen Revolutionsgarden haben den USA und Saudi-Arabien eine Verwicklung in den Doppelanschlag in Teheran gegeben. Der IS droht mit weiteren Anschlägen im Iran.

Die iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) haben den Washington und Riad eine Verwicklung in die Anschläge am Mittwoch in Teheran mit zwölf Toten gegeben.

Dass US-Präsident Donald Trump kurz zuvor "eine der reaktionärsten Regierungen in der Region" besucht habe, sei "sehr bedeutungsvoll" und "zeige, dass sie in diese grausame Aktion verwickelt" seien, erklärte die Eliteeinheit am Mittwoch mit Blick auf Trumps Besuch in Riad.

Bei dieser Visite hatte Trump insbesondere den Iran angegriffen und erklärt, das Land habe den Terror und Konflikte zwischen den Religionsgemeinschaften angefacht. Auch die gegenwärtige Krise um Katar wird mit dem Besuch des US-Präsidenten beim sunnitischen Erzrivalen des schiitischen Iran in Zusammenhang gebracht.

>>> Trumps Rolle in der Katar-Krise

Doppelanschlag auf Parlament und Mausoleum

Zwei Terroranschläge mit mindestens 18 Totenhaben am Mittwoch die iranische Hauptstadt Teheran erschüttert. Der IS reklamierte die Tat kurz darauf für sich. Das meldete die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amaq.

Terroristen stürmten - teils als Selbstmordattentäter - das iranische Parlament und das Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ruhollah Khomeini im Herzen Teherans.

Und der IS droht bereits mit weiteren Anschlägen: Das "Kalifat wird keine Gelegenheit auslassen, ihr Blut zu vergießen", bis das islamische Recht der Sharia eingeführt sei, erklärte der IS am Mittwoch.

>>> Experte: "Iran wird sich nicht provozieren lassen"

Weltweite Anschlagsserie im Ramadan

Nach Bagdad, Kabul und London ist die Tat in Teheran schon der vierte große Anschlag seit Beginn des Ramadans, den der IS für sich reklamiert. Schon im März hatte es Aufrufe des IS gegeben, den Iran anzugreifen. Eigentlich soll der Fastenmonat eine Zeit des Friedens sein. Dschihadisten wie der IS rufen ihre Anhänger in dieser Zeit hingegen ausdrücklich zum Kampf und zu Anschlägen auf. Sie sehen sich damit in der Tradition des Propheten Mohammed, der eine seiner wichtigsten Schlachten im Ramadan (bei Badr im Jahr 624) geführt hatte.

Auch sechs Terroristen tot

Alle sechs Terroristen waren nach Geheimdienstangaben nach dem Doppelanschlag tot. Medien hatten zunächst von sieben Angreifern berichtet. Vier Männer hatten sich nach Angaben des iranischen Innenministeriums als Frauen verkleidet ins Parlament geschlichen. Drei von ihnen wurden erschossen, einer sprengte sich in die Luft, wie Medien berichteten. Auch im Mausoleum des verstorbenen iranischen Revolutionsführers Ruhollah Khomeini in Südteheran gab es einen Selbstmordattentäter, ein weiterer Angreifer wurde erschossen. Bei den Anschlägen kamen außerdem mindestens zwölf Wächter und Zivilisten ums Leben. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt.

Parlamentspräsident: "Feiger Angriff"

"Das war wieder ein feiger Angriff und ein nutzloser Versuch, uns einzuschüchtern", sagte Parlamentspräsident Ali Larijani. Der Iran werde Terroristen weiterhin konsequent bekämpfen und alle ihre Terrorzellen im Iran zerstören. Für die sunnitische IS-Terrormiliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind. Vom Iran gesponserte Milizen sind sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz.
Teheran ist ein treuer Unterstützer des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Der Iran hatte stets betont, das sicherste Land im Nahen Osten zu sein.