Putin mit Äthiopiens Staatschef Abiy Ahmed, Friedensnobelpreisträger 2019

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Politik Ausland
10/23/2019

Rennen um Afrika: Putin will Handel in fünf Jahren verdoppeln

In Sotschi traf der Kremlchef mit über 40 Staats- und Regierungschefs zusammen. Er will Afrika nicht den Chinesen überlassen.

Russland will seinen Handel mit Afrika in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Das wären dann - ausgehend von 20 Milliarden US-Dollar für 2018 - bis 2024 rund 40 Milliarden US-Dollar (36 Milliarden Euro). Schon jetzt exportiere Russland mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse und Technik als Waffen, sagte Putin am Mittwoch zum Auftakt von Russlands erstem Afrika-Gipfel in Sotschi am Schwarzen Meer.

An dem Gipfel nahmen Vertreter aus mehr als 50 Ländern Afrikas teil, darunter mehr als 40 Staats- und Regierungschefs. Geplant ist eine engere Zusammenarbeit zwischen der Afrikanischen Union und der von Russland initiierten Eurasischen Wirtschaftsunion.

„Wir haben ein sehr gutes Entwicklungspotenzial“, sagte Putin bei dem bis Donnerstag dauernden Gipfel mit mehr als 10.000 Gästen. Putin sieht Chancen für seine Öl- und Gaskonzerne in Afrika, aber auch für Russlands größten Diamantenförderer Alrosa.

Der Internetkonzern Yandex könne bei der digitalen Entwicklung und Informationssicherheit Afrikas helfen. Der staatliche Atomkonzern Rosatom hofft auf Aufträge für den Bau von Kernkraftwerken.

Konkurrent China

Vor allem aber das Interesse an russischen Rüstungsgütern ist in Afrika groß. Bis zu 40 Prozent der russischen Waffenexporte gehen nach offiziellen Angaben aus Moskau in afrikanische Staaten.

Mit dem Afrika-Gipfel knüpft Russland fast drei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion an frühere Traditionen in Afrika an. Zu Sowjetzeiten war Moskau bereits stark engagiert beim Aufbau der Wirtschaft und von Bildungseinrichtungen in Afrika. In den vergangenen Jahren machte allerdings vor allem China mit seinen Milliardeninvestitionen in Afrika Schlagzeilen.

Auch die EU hat während Österreichs Ratspräsidentschaft 2018 angesichts der Migrationsbewegungen aus dem Süden angekündigt, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika zu intensivieren.

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