Politik | Ausland
03.07.2017

Rassistisch und islamophob: Der Ersteller des CNN-Wrestlingvideos

Der weithin kritisierte Trump-Wrestling-Tweet wurde von einem Reddit-User hochgeladen. Der Tweet sei ein "Hinweis auf seinen Geisteszustand", sagt Watergate-Aufdecker Carl Bernstein.

HanAssholeSolo konnte sein Glück kaum fassen. Vor wenigen Tagen hatte er ein Video in der Gruppe „r/The_Donald“ der Plattform „Reddit“ gepostet. Es zeigte Donald Trump in früheren Tagen, als er noch regelmäßig Gast bei Wrestlingshows war. Er wirft jemanden zu Boden und prügelt auf dessen Gesicht ein, das durch ein CNN-Logo ersetzt wurde. Ein rüder Gag in einem Internetforum für fanatische Trump-Fans. Und dann das.

Mit dem „MAGA EMPORER“ – MAGA steht für „Make America Great Again“ – ist der US-Präsident gemeint. Damit, dass er dieses Video posten könnte, hat HanAssholeSolo eher nicht gerechnet. Sonst auch niemand, obwohl er erst Tage zuvor einen neuen Twitter-Tiefpunkt erreicht hatte, als er zwei NBC-Moderatoren wüst beschimpfte. Die New York Times drückt es nobel zurückhaltend aus: „Das Video ist für einen amtierenden Präsidenten ein unorthodoxes Mittel, sich auszudrücken.“

Es bietet auch die Chance zur Einsicht in das Weltbild jener, die Trump online bejubeln und unterstützen – HanAssholeSolos Postings sind jedenfalls rassistisch, gewaltverherrlichend und islamophob. Das reicht von einem simplen "FUCK ISLAM" bis zu der Behauptung, er wäre, als er in Paris war, mit einem Faustmesser herumgelaufen, damit er Muslime in den Hals stechen könnte, würden sie ihm blöd kommen.

In einem Thread zu einer "Black Lives Matters"-Demonstration schreibt er: "In Tennessee dürfen wir sie überfahren. Ich liebe Tennessee."

Während die Internettrolle Trump bejubeln, forderte Michael Hawley, Forscher am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), das Twitter-Konto von Trump zu sperren. Twitter sieht in dem Anti-CNN-Prügelvideo allerdings keinen Verstoß gegen die Regeln des Netzwerks. Das teilte das Unternehmen in San Francisco dem US-Nachrichtensender nach einer internen Beurteilung des Videos mit. Twitter erklärte, man habe bei der Bewertung des Tweets drei Faktoren berücksichtigt: den politischen Kontext der Konversation, die verschiedenen möglichen Interpretationsweisen und das Fehlen von Details in dem Tweet selbst. Demnach verstoße die Weiterleitung des Videos durch Trump nicht gegen die Twitter-Richtlinien.

"Hinweis auf seinen Geisteszustand"

Unter Journalisten und Politikern herrscht Entsetzen vor: "Es ist nicht nur ein Angriff auf CNN, es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit", sagt etwa Watergate-Aufdecker Carl Bernstein. Das Video sei "verstörend" und ob beim Militär, in den Geheimdiensten oder im Kongress: Die geistige Verfassung des Präsidenten stehe nun in Frage, der Tweet sei ein "Hinweis auf seinen Geisteszustand", sagt Bernstein.

"Gewalt und gewaltverherrlichende Bilder gegen die Presse müssen zurückgewiesen werden", twitterte Nancy Pelosi, ranghöchste Demokratin im Abgeordnetenhaus.

Trump selbst nannte den Tweet, der als "nicht präsidential" bezeichnet wurde "modern präsidential".